Die virale Face-Swap-App Reface sieht sich mit einer Klage wegen der kommerziellen Nutzung von Fotos von Prominenten konfrontiert.
Die Reface-App verwendet künstliche Intelligenz (KI), um hyperrealistische Gesichtstausche zu erstellen. Die App, die weltweit über 250 Millionen Benutzer hat, ermöglicht es jedem, ein Foto des Gesichts einer beliebigen Person digital in Videoclips berühmter Personen einzufügen.
Damit können Benutzer ganz einfach Deepfake-Videos erstellen und sich in die Rolle aller möglichen Charaktere verwandeln, von Marvel- Superhelden bis hin zu ihren Lieblings-Popstars.
Laut der National Law Review wurde gegen die Reface-App nun eine Sammelklage eines Reality-TV-Darstellers eingereicht, der behauptet, dass die App sein Bild und seine Ähnlichkeit sowie die von Tausenden anderen Prominenten ohne deren Zustimmung kommerziell ausnutzt.
Kyland Young, Finalist der Fernsehsendung Big Brother, reichte im April beim US-Bezirksgericht für den zentralen Bezirk von Kalifornien Klage ein . Er behauptete, dass die App Reface gegen das Persönlichkeitsrecht des Staates verstoße, indem sie Fotos und Videos berühmter Schauspieler, Sportler und Musiker zeige, deren Gesichter von den Nutzern der App ausgetauscht werden könnten.
In der Klage wird den Mitgliedern der Klasse ein Verstoß gegen ihre Rechte nach dem kalifornischen Gesetz zum Recht auf Persönlichkeitsrechte vorgeworfen. Dieses besagt: „Jede Person, die wissentlich den Namen, die Stimme, die Unterschrift, das Foto oder das Bild einer anderen Person in irgendeiner Weise … zu Werbe- oder Verkaufszwecken oder zur Anwerbung für den Kauf von … Dienstleistungen verwendet, ohne die vorherige Zustimmung dieser Person einzuholen, … haftet für sämtliche Schäden, die der Person oder den geschädigten Personen dadurch entstehen.“
In den USA gibt es derzeit kein bundesstaatliches Gesetz, das die Verwendung von Bildern prominenter oder anderer Personen ohne deren Deepfake-Technologie verhindert.
Generative KI verändert geistige Eigentumsrechte
Youngs Klage ist einer der ersten Fälle, in denen es um KI-generierte Bilder geht, die eine breite Palette widersprüchlicher geistiger Eigentumsrechte betreffen könnten. Generative KI ermöglicht es, mit einer Technologie eine große Anzahl potenziell rechtsverletzender – aber nicht identischer – neuer Bilder und Videos zu erstellen photographer.
Im Januar reichte eine Gruppe von Künstlern eine Sammelklage gegen die KI-Bildgeneratoren Stable Diffusion und Midjourney ein. Sie warfen den KI-Bildgeneratoren vor, sie seien „ein Collage-Tool des 21. Jahrhunderts, das die urheberrechtlich geschützten Werke von Millionen von Künstlern neu zusammenstellt, deren Werke als Trainingsdaten verwendet wurden“.
Unterdessen verklagte Getty Images im Februar den KI-Bildgenerator Stable Diffusion auf bis zu 1,8 Billionen US-Dollar und behauptete, dieser hätte über 12 Millionen seiner urheberrechtlich geschützten Fotos gestohlen.

