Heinrich VIII. Ehepartnerin wird häufig gesucht, obwohl der englische König nicht nur eine, sondern insgesamt sechs Ehefrauen hatte. In der richtigen Reihenfolge waren dies Katharina von Aragón, Anne Boleyn, Jane Seymour, Anna von Kleve, Catherine Howard und Katherine Parr.
Heinrichs Ehen waren keineswegs reine Privatangelegenheiten. Sie beeinflussten die englische Thronfolge, die Beziehungen zu anderen europäischen Mächten und den Bruch Englands mit der päpstlichen Autorität. Außerdem wurden drei seiner Kinder später selbst Monarchen: Eduard VI., Maria I. und Elisabeth I.
Bekannt ist der englische Merksatz „divorced, beheaded, died; divorced, beheaded, survived“. Auf Deutsch bedeutet er sinngemäß: geschieden, enthauptet, gestorben; geschieden, enthauptet, überlebt. Ganz korrekt ist diese Zusammenfassung jedoch nicht. Die Ehen mit Katharina von Aragón und Anna von Kleve wurden annulliert und nicht im heutigen Sinn geschieden. Außerdem überlebte nicht nur Katherine Parr den König. Auch Anna von Kleve lebte nach Heinrichs Tod noch mehr als zehn Jahre. Katherine Parr war jedoch seine Ehefrau, als er 1547 starb.
| Merkmal | Angaben |
| Name | Heinrich VIII., englisch Henry VIII |
| Dynastie | Haus Tudor |
| Geburtsdatum | 28. Juni 1491 |
| Geburtsort | Greenwich, England |
| Todestag | 28. Januar 1547 |
| Regierungszeit | 1509 bis 1547 |
| Vater | Heinrich VII. |
| Mutter | Elizabeth of York |
| Anzahl der Ehen | Sechs |
| Erste Ehefrau | Katharina von Aragón |
| Letzte Ehefrau | Katherine Parr |
| Ehelich geborene Kinder, die das Erwachsenenalter erreichten | Maria, Elisabeth und Eduard |
| Anerkannter außerehelicher Sohn | Henry FitzRoy |
| Direkter Nachfolger | Eduard VI. |
Heinrich VIII. wurde als zweiter Sohn Heinrichs VII. und Elizabeths of York geboren. Erst nach dem Tod seines älteren Bruders Arthur im Jahr 1502 rückte er zum Thronfolger auf. 1509 folgte er seinem Vater als König von England.
Heinrich VIII. Ehepartnerin: Alle sechs Frauen in der richtigen Reihenfolge
Die sechs Ehepartnerinnen Heinrichs VIII. waren:
- Katharina von Aragón
- Anne Boleyn
- Jane Seymour
- Anna von Kleve
- Catherine Howard
- Katherine Parr
In englischen Quellen erscheinen teilweise andere Schreibweisen. Katharina von Aragón wird meistens Katherine oder Catherine of Aragon genannt. Anna von Kleve heißt Anne of Cleves. Bei Catherine Howard und Katherine Parr werden unterschiedliche Anfangsbuchstaben verwendet, um beide Frauen leichter voneinander zu unterscheiden. Einheitliche Schreibweisen gab es in der Tudor-Zeit nicht.
| Ehefrau | Ehe mit Heinrich VIII. | Ende der Verbindung | Überlebendes gemeinsames Kind |
| Katharina von Aragón | 1509–1533 | Ehe annulliert | Maria I. |
| Anne Boleyn | 1533–1536 | Ehe annulliert, anschließend Hinrichtung | Elisabeth I. |
| Jane Seymour | 1536–1537 | Tod nach der Geburt | Eduard VI. |
| Anna von Kleve | 1540 | Ehe annulliert | Keines |
| Catherine Howard | 1540–1542 | Hingerichtet | Keines |
| Katherine Parr | 1543–1547 | Heinrich starb | Keines |
Die sechs Frauen waren Königinnen als Ehefrauen eines regierenden Königs und damit sogenannte Queen Consorts. Sie sollten dennoch nicht ausschließlich über das Ende ihrer Ehen definiert werden. Mehrere von ihnen übernahmen politische Verantwortung, unterstützten Bildungsprojekte, beeinflussten religiöse Debatten oder kümmerten sich um Heinrichs Kinder.
Katharina von Aragón war Heinrichs erste und längste Ehepartnerin
Katharina von Aragón wurde am 16. Dezember 1485 in Alcalá de Henares bei Madrid geboren. Sie war die jüngste Tochter von Isabella I. von Kastilien und Ferdinand II. von Aragón. Ihre Eltern gehörten zu den mächtigsten Monarchen Europas und ließen ihre Töchter vergleichsweise umfassend ausbilden.
Katharina kam 1501 nach England, um Arthur Tudor, den älteren Bruder Heinrichs, zu heiraten. Arthur starb jedoch im April 1502. Ob die kurze Ehe körperlich vollzogen wurde, entwickelte sich später zu einer entscheidenden Frage. Katharina erklärte zeitlebens, sie habe mit Arthur keine eheliche Beziehung geführt.
Nach Heinrichs Thronbesteigung heirateten Katharina und Heinrich am 11. Juni 1509 in Greenwich. Wenig später wurden beide gemeinsam gekrönt. Die Ehe bestand fast 24 Jahre und war damit erheblich länger als Heinrichs fünf spätere Ehen zusammen.
Katharina war nicht nur die Ehefrau des Königs. Während Heinrich 1513 in Frankreich kämpfte, führte sie als Regentin die Regierungsgeschäfte. In dieser Zeit versuchte der schottische König Jakob IV., in England einzumarschieren. Die Engländer besiegten die schottische Armee in der Schlacht von Flodden.
Das größte Problem der Ehe war die Nachfolge. Katharina war mindestens sechsmal schwanger. Mehrere Kinder wurden tot geboren oder starben kurz nach der Geburt. Nur die am 18. Februar 1516 geborene Maria erreichte das Erwachsenenalter. Heinrich verlangte jedoch zunehmend nach einem männlichen Thronfolger, der die noch junge Tudor-Dynastie absichern sollte.
Ende der 1520er-Jahre wollte Heinrich die Ehe auflösen. Er berief sich auf die frühere Ehe Katharinas mit seinem Bruder und argumentierte, die Verbindung sei von Anfang an ungültig gewesen. Katharina widersprach. Sie bestand darauf, dass ihre Ehe mit Arthur nie vollzogen worden sei und sie Heinrich rechtmäßig geheiratet habe.
Da Papst Clemens VII. Heinrich nicht die gewünschte Entscheidung erteilte, entzog der König die englische Kirche schrittweise der päpstlichen Kontrolle. Am 23. Mai 1533 erklärte Erzbischof Thomas Cranmer die Ehe mit Katharina für ungültig. Heinrich hatte Anne Boleyn bereits im Januar desselben Jahres geheiratet.
Katharina akzeptierte die Annullierung nicht. Sie betrachtete sich bis zu ihrem Tod als rechtmäßige Königin und Ehefrau Heinrichs. Der König verbot ihr außerdem, ihre Tochter Maria wiederzusehen. Katharina starb am 7. Januar 1536 auf Kimbolton Castle. Sie wurde in der Kathedrale von Peterborough bestattet.
Anne Boleyn wurde Heinrichs zweite Ehefrau
Anne Boleyn wurde wahrscheinlich um 1501 geboren. Ein zweifelsfrei belegtes Geburtsdatum gibt es nicht. Sie verbrachte einen Teil ihrer Jugend am Hof Margaretes von Österreich und später am französischen Königshof. Dort erhielt sie eine höfische Ausbildung und lernte französische Mode, Musik und Umgangsformen kennen.
Nach ihrer Rückkehr nach England wurde Anne Hofdame Katharinas von Aragón. Heinrichs ernsthaftes Interesse an ihr lässt sich seit etwa 1526 erkennen. Anne weigerte sich offenbar, lediglich eine weitere Geliebte des Königs zu werden. Heinrich begann daraufhin, eine rechtliche Lösung für seine erste Ehe zu suchen.
Heinrich und Anne heirateten heimlich im Januar 1533. Das genaue Datum wird häufig mit dem 25. Januar angegeben, ist jedoch nicht vollständig gesichert. Da Heinrichs Ehe mit Katharina erst im Mai annulliert wurde, war seine Verbindung mit Anne zum Zeitpunkt der Trauung nach der bisherigen kirchlichen Ordnung problematisch.
Anne wurde am 1. Juni 1533 in der Westminster Abbey gekrönt. Am 7. September brachte sie in Greenwich eine Tochter zur Welt: die spätere Elisabeth I. Heinrich hatte mit einem Sohn gerechnet. Dennoch war Elisabeth zunächst eine legitime Thronfolgerin.
Nach Elisabeths Geburt erlitt Anne wahrscheinlich weitere Fehlgeburten. Besonders schwer wog der Verlust einer Schwangerschaft im Januar 1536. Gleichzeitig verschlechterte sich ihr Verhältnis zu Heinrich. Der König interessierte sich inzwischen für Jane Seymour.
Im Mai 1536 wurde Anne festgenommen. Die Anklage warf ihr Ehebruch mit mehreren Männern, eine sexuelle Beziehung zu ihrem Bruder George Boleyn und eine Verschwörung gegen das Leben des Königs vor. Die Verfahren gelten heute weithin als politisch gesteuert. Historic Royal Palaces bezeichnet Annes Prozess ausdrücklich als Scheinverfahren. Auch die National Archives zeigen, wie eng Heinrich und sein Minister Thomas Cromwell die Prozesse kontrollierten.
Anne wurde schuldig gesprochen und am 19. Mai 1536 im Tower of London mit einem Schwert enthauptet. Ihre Ehe mit Heinrich war kurz zuvor ebenfalls für ungültig erklärt worden. Anne wurde in der Kapelle St Peter ad Vincula im Tower beigesetzt.
Ihre Tochter Elisabeth verlor zunächst ihren Rang als Prinzessin und galt rechtlich als illegitim. Später nahm Heinrich sie wieder in die Thronfolge auf. Elisabeth regierte schließlich von 1558 bis 1603 und wurde die letzte Monarchin aus dem Haus Tudor.
Jane Seymour brachte Heinrich VIII. den ersehnten Sohn
Jane Seymour wurde wahrscheinlich 1508 oder 1509 geboren. Um 1529 kam sie an den königlichen Hof und diente zunächst Katharina von Aragón, später Anne Boleyn. Heinrich begann sich für Jane zu interessieren, als seine Ehe mit Anne bereits in einer schweren Krise steckte.
Anne Boleyn wurde am 19. Mai 1536 hingerichtet. Bereits am folgenden Tag verlobten sich Heinrich und Jane. Am 30. Mai 1536 heirateten sie im Palace of Whitehall. Jane wurde allerdings nie gekrönt. Ihre geplante Krönung wurde zunächst wegen einer Epidemie verschoben und fand später nicht mehr statt.
Jane trat nach außen vorsichtiger und zurückhaltender auf als Anne. Sie versuchte unter anderem, Heinrich mit seiner ältesten Tochter Maria zu versöhnen. Gleichzeitig ist das verbreitete Bild einer völlig passiven Frau zu einfach. Jane bewegte sich bewusst innerhalb der engen politischen Grenzen, die ihr Heinrich setzte.
Am 12. Oktober 1537 brachte sie nach einer langen Geburt auf Hampton Court Palace einen Sohn zur Welt. Prinz Eduard war Heinrichs erster ehelich geborener Sohn, der die frühe Kindheit überlebte. Er wurde später als Eduard VI. König von England.
Jane erholte sich zunächst, erkrankte jedoch bald schwer. Sie starb am 24. Oktober 1537, nur zwölf Tage nach Eduards Geburt. Viele Historiker vermuten Kindbettfieber. Andere Komplikationen nach der Entbindung lassen sich jedoch nicht völlig ausschließen. Die häufig erzählte Behauptung, Jane sei bei einem Kaiserschnitt gestorben, gilt als unwahrscheinlich.
Heinrich ließ sie in der St George’s Chapel auf Schloss Windsor bestatten. Nach seinem Tod wurde auch er dort neben Jane beigesetzt. Deshalb gilt sie häufig als seine bevorzugte Ehefrau. Allerdings ist nicht sicher, wie sich die Ehe entwickelt hätte, wenn Jane länger gelebt hätte. Ihre besondere Stellung beruhte vor allem darauf, dass sie Heinrich den gewünschten Sohn schenkte und starb, bevor ein offener Konflikt entstehen konnte.
Anna von Kleve war Heinrichs vierte Ehepartnerin
Nach Jane Seymours Tod blieb Heinrich mehr als zwei Jahre unverheiratet. England war nach dem Bruch mit Rom außenpolitisch verletzlich. Deshalb suchte sein Minister Thomas Cromwell nach einer Verbindung mit einem europäischen Herrscherhaus, das ebenfalls Distanz zur päpstlichen Politik hielt.
Die Wahl fiel auf Anna von Kleve. Sie wurde 1515 als Tochter von Johann III., Herzog von Jülich-Kleve-Berg, und Maria von Jülich-Berg geboren. Der Maler Hans Holbein der Jüngere fertigte ein Porträt von Anna an, damit Heinrich sich ein Bild von seiner möglichen Braut machen konnte.
Als Heinrich Anna persönlich traf, war er enttäuscht. Spätere Darstellungen behaupteten, das Gemälde habe ihr Aussehen stark beschönigt. Dafür gibt es jedoch keinen überzeugenden zeitgenössischen Beleg. Heinrichs eigene Gesandte hatten Holbeins Bild als ähnlich beschrieben. Auch der abwertende Beiname „flandrische Stute“ ist erst im 17. Jahrhundert nachweisbar und stammt nicht zuverlässig von Heinrich selbst.
Trotz seiner Vorbehalte heiratete Heinrich Anna am 6. Januar 1540 in Greenwich. Nach seinen späteren Aussagen wurde die Ehe nicht vollzogen. Außerdem verwies man auf eine frühere Verlobung Annas, um die Gültigkeit der Verbindung infrage zu stellen. Am 9. Juli 1540 wurde die Ehe annulliert.
Anna widersetzte sich der Entscheidung nicht offen. Sie wusste, welches Schicksal Katharina von Aragón und Anne Boleyn erlebt hatten. Ihre Zustimmung brachte ihr eine ungewöhnlich günstige Vereinbarung. Heinrich verlieh ihr den Rang einer „Schwester des Königs“, mehrere Häuser, Landbesitz und ein beträchtliches Einkommen.
Sie blieb in England und pflegte ein gutes Verhältnis zu Heinrichs Kindern. Gelegentlich nahm sie weiterhin an höfischen Veranstaltungen teil. Anna überlebte Heinrich, Katherine Parr und alle anderen Ehefrauen des Königs. Sie starb im Juli 1557 und wurde auf Anordnung Maria I. in der Westminster Abbey bestattet. Sie ist die einzige der sechs Ehefrauen Heinrichs, deren Grab sich dort befindet.
Catherine Howard wurde als sehr junge Königin hingerichtet
Catherine Howards genaues Geburtsjahr ist unbekannt. Historische Unterlagen deuten auf einen Zeitraum zwischen 1518 und 1524 hin, wahrscheinlich eher auf die späteren Jahre. Sie könnte deshalb bei ihrer Hochzeit noch eine Jugendliche gewesen sein. Heinrich war mehr als 30 Jahre älter.
Catherine gehörte zur einflussreichen Familie Howard. Sie war eine Cousine Anne Boleyns und außerdem entfernt mit Jane Seymour verwandt. 1539 erhielt sie eine Stellung im Haushalt Anna von Kleves. Dort wurde Heinrich auf sie aufmerksam.
Heinrich heiratete Catherine am 28. Juli 1540 auf Oatlands Palace. Am selben Tag wurde Thomas Cromwell hingerichtet. Der König zeigte sich von seiner jungen Ehefrau zunächst begeistert und beschenkte sie großzügig.
Catherine hatte vor ihrer Hochzeit sexuelle Beziehungen oder Kontakte zu Henry Manox und Francis Dereham gehabt. Später fanden außerdem heimliche Treffen mit Thomas Culpeper statt, einem Höfling aus Heinrichs engerem Umfeld. Welche Form diese Beziehung genau annahm, lässt sich heute nicht in jedem Punkt sicher rekonstruieren.
Im Herbst 1541 erreichten Berichte über Catherines Vergangenheit den Erzbischof Thomas Cranmer. Catherine verlor ihren Titel und wurde in Gewahrsam genommen. Thomas Culpeper und Francis Dereham wurden verurteilt und hingerichtet.
Catherine selbst erhielt keinen regulären öffentlichen Prozess. Das Parlament verurteilte sie über einen sogenannten Bill of Attainder. Am 13. Februar 1542 wurde sie auf Tower Green enthauptet. Sie war möglicherweise erst etwa 18 bis Anfang 20. Ihre sterblichen Überreste wurden wie die Anne Boleyns in St Peter ad Vincula beigesetzt.
Mehrere dramatische Geschichten über ihre letzten Stunden sind nicht zuverlässig belegt. Dazu gehört die Behauptung, sie habe in der Nacht vor ihrem Tod am Richtblock geübt. Auch der oft zitierte Satz, sie sterbe lieber als Ehefrau Culpepers denn als Königin Heinrichs, erscheint nicht in belastbaren zeitgenössischen Berichten.
Katherine Parr war Heinrich VIII. letzte Ehepartnerin
Katherine Parr wurde um August 1512 geboren. Sie war bereits zweimal verwitwet, bevor sie Heinrich heiratete. Ihre ersten Ehemänner waren Edward Borough und John Neville, Baron Latimer.
Nach dem Tod ihres zweiten Mannes wollte Katherine offenbar Thomas Seymour heiraten, den Bruder Jane Seymours. Heinrich entschied jedoch, sie selbst zur Frau zu nehmen. Für Katherine war es kaum möglich, einen Heiratsantrag des Königs ohne persönliche und politische Risiken abzulehnen.
Die Hochzeit fand am 12. Juli 1543 in einem kleinen Kreis auf Hampton Court Palace statt. Katherine war zu diesem Zeitpunkt ungefähr 30 Jahre alt und damit deutlich erfahrener als Catherine Howard.
Katherine war gebildet und religiös interessiert. Sie veröffentlichte mehrere Werke und wurde zur ersten englischen Königin, die ein Buch unter ihrem eigenen Namen herausgab. Ihre protestantisch geprägten Ansichten brachten sie allerdings in Konflikt mit konservativen Mitgliedern des Hofes.
Während Heinrich 1544 einen Feldzug in Frankreich führte, ernannte er Katherine zur Regentin. Damit übernahm sie vorübergehend wichtige Regierungsaufgaben. Sie pflegte außerdem Beziehungen zu Maria, Elisabeth und Eduard und unterstützte besonders die Ausbildung der beiden jüngeren Kinder.
1546 versuchten ihre Gegner, sie wegen religiöser Irrlehren verhaften zu lassen. Katherine erfuhr jedoch rechtzeitig von der Gefahr. Sie überzeugte Heinrich davon, dass sie religiöse Fragen nur mit ihm diskutiert habe, um von seiner größeren Weisheit zu lernen. Dadurch entging sie der Festnahme.
Heinrich starb am 28. Januar 1547. Katherine hatte ihn damit als seine amtierende Ehefrau überlebt. Wenige Monate später heiratete sie Thomas Seymour. Am 30. August 1548 brachte sie ihre Tochter Mary Seymour zur Welt. Katherine erkrankte an Kindbettfieber und starb am 5. September 1548 auf Sudeley Castle.
Warum heiratete Heinrich VIII. sechsmal?
Der wichtigste Grund für Heinrichs viele Ehen war die dynastische Unsicherheit. Sein Vater Heinrich VII. hatte die Krone erst 1485 nach jahrzehntelangen Auseinandersetzungen um den englischen Thron errungen. Heinrich VIII. fürchtete, dass das Fehlen eines eindeutig anerkannten männlichen Erben nach seinem Tod neue Konflikte auslösen könnte.
Die Erfahrungen seiner eigenen Familie verstärkten diese Sorge. Heinrich war ursprünglich nur der zweite Sohn gewesen. Erst der frühe Tod seines Bruders Arthur machte ihn zum Thronfolger. Ein einzelner Sohn erschien ihm deshalb nicht als ausreichende Absicherung.
Persönliche Gefühle spielten ebenfalls eine Rolle. Heinrich war über Jahre stark an Anne Boleyn interessiert. Später wandte er sich Jane Seymour und Catherine Howard zu. Bei Anna von Kleve fehlte dagegen von Anfang an die persönliche Anziehung.
Darüber hinaus waren königliche Hochzeiten Instrumente der Außenpolitik. Die Ehe mit Katharina von Aragón stärkte zunächst die Verbindung zu Spanien. Die Heirat mit Anna von Kleve sollte England enger mit reformorientierten Kräften im Heiligen Römischen Reich verbinden. Als sich die politische Lage veränderte, verlor dieses Bündnis jedoch schnell an Bedeutung.
Welche Kinder hatte Heinrich VIII. mit seinen Ehepartnerinnen?
Drei ehelich geborene Kinder Heinrichs erreichten das Erwachsenenalter:
| Kind | Mutter | Geburtsjahr | Spätere Stellung |
| Maria Tudor | Katharina von Aragón | 1516 | Königin Maria I. |
| Elisabeth Tudor | Anne Boleyn | 1533 | Königin Elisabeth I. |
| Eduard Tudor | Jane Seymour | 1537 | König Eduard VI. |
Die rechtliche Stellung der Töchter wechselte während Heinrichs Herrschaft. Nach der Annullierung der Ehe mit Katharina wurde Maria für illegitim erklärt. Dasselbe geschah mit Elisabeth nach Anne Boleyns Sturz. 1544 nahm Heinrich beide Töchter wieder in die Thronfolge auf, ohne die früheren Entscheidungen über ihre Legitimität vollständig aufzuheben.
Nach Heinrichs Tod folgte zunächst der neunjährige Eduard VI. Er regierte von 1547 bis 1553. Kurz vor seinem Tod versuchte Eduard, seine katholische Halbschwester Maria von der Thronfolge auszuschließen. Deshalb wurde Lady Jane Grey am 10. Juli 1553 zur Königin ausgerufen.
Jane Grey konnte sich jedoch nur neun Tage halten. Maria sammelte genügend Unterstützer und übernahm anschließend die Herrschaft. Nach Marias Tod 1558 folgte Elisabeth I. Somit wurden alle drei überlebenden ehelichen Kinder Heinrichs Monarchen, auch wenn zwischen Eduard und Maria die kurze Herrschaft Jane Greys lag.
Heinrich erkannte außerdem einen außerehelichen Sohn offiziell an. Henry FitzRoy wurde am 15. Juni 1519 als Sohn Elizabeth Blounts geboren. Der König verlieh ihm bedeutende Titel, erklärte ihn aber nie offiziell zum Thronfolger. FitzRoy starb 1536 im Alter von 17 Jahren. Andere angebliche außereheliche Kinder Heinrichs wurden von ihm nicht anerkannt und lassen sich nicht sicher bestätigen.
Heinrich VIII. Ehepartnerin und der Bruch mit Rom
Die englische Reformation entstand nicht ausschließlich, weil Heinrich Anne Boleyn heiraten wollte. Seine Ehefrage war jedoch ein entscheidender Beschleuniger.
Der Papst verweigerte Heinrich die gewünschte Auflösung seiner Verbindung mit Katharina von Aragón. Daraufhin schränkten Heinrich und das englische Parlament die päpstliche Autorität in England schrittweise ein. Mit dem Act of Supremacy von 1534 wurde der König zum obersten Haupt der Kirche von England erklärt.
Heinrich blieb persönlich in vielen Glaubensfragen konservativ. Der Bruch mit Rom machte England deshalb nicht sofort vollständig protestantisch. Dennoch veränderte er die kirchliche Ordnung grundlegend. Die Krone löste Klöster auf, übernahm große Teile ihres Besitzes und gewann stärkere Kontrolle über religiöse Angelegenheiten.
Auch die Ehefrauen vertraten unterschiedliche religiöse Positionen. Katharina von Aragón blieb der katholischen Kirche treu. Anne Boleyn unterstützte reformorientierte Bücher und Geistliche. Jane Seymour war wahrscheinlich religiös konservativer. Katherine Parr trat als Autorin und Befürworterin der Reformation hervor.
Mythen und Fakten über Heinrich VIII. Ehepartnerinnen
Mythos: Heinrich ließ sich zweimal scheiden.
Genauer gesagt wurden die Ehen mit Katharina von Aragón und Anna von Kleve annulliert. Eine Annullierung erklärte eine Ehe rechtlich für von Anfang an ungültig.
Mythos: Nur Katherine Parr überlebte Heinrich.
Auch Anna von Kleve überlebte ihn. Katherine Parr war jedoch die einzige Frau, die zum Zeitpunkt von Heinrichs Tod noch mit ihm verheiratet war.
Mythos: Anna von Kleve wurde als „flandrische Stute“ bezeichnet.
Der Ausdruck tauchte erst lange nach Heinrichs Tod in den Quellen auf. Es gibt keinen sicheren Nachweis, dass Heinrich selbst diese Worte benutzte.
Mythos: Hans Holbein täuschte Heinrich mit einem geschönten Bild.
Zeitgenössische Beobachter warfen dem Maler keine bewusste Täuschung vor. Das Porträt dürfte Anna durchaus ähnlich gesehen haben.
Mythos: Jane Seymour starb bei einem Kaiserschnitt.
Jane lebte noch zwölf Tage nach der Geburt. Ein Kaiserschnitt ist daher äußerst unwahrscheinlich. Wahrscheinlicher sind Kindbettfieber oder andere Komplikationen nach der Entbindung.
Mythos: Anne Boleyns Schuld ist bewiesen.
Sie wurde zwar verurteilt, doch zahlreiche Anklagepunkte waren widersprüchlich oder zeitlich kaum möglich. Viele Historiker betrachten den Prozess als politisch gesteuert.
Mythos: Catherine Howard übte vor ihrem Tod am Richtblock.
Für diese dramatische Geschichte gibt es keinen belastbaren zeitgenössischen Beleg.
Welche Ehepartnerin war für Heinrich VIII. am wichtigsten?
Eine eindeutige Antwort gibt es nicht. Jede Frau war aus einem anderen Grund bedeutend.
Katharina von Aragón war fast 24 Jahre lang Königin und übernahm zeitweise die Regentschaft. Außerdem war sie die Mutter Maria I.
Anne Boleyn hatte den größten indirekten Einfluss auf den Bruch mit Rom. Ihre Tochter Elisabeth I. wurde später eine der bekanntesten Monarchinnen der englischen Geschichte.
Jane Seymour brachte Heinrich den ersehnten Sohn. Deshalb nahm sie in seiner dynastischen Erinnerung eine besonders wichtige Stellung ein.
Anna von Kleve erreichte nach einer gescheiterten Ehe eine ungewöhnliche wirtschaftliche und persönliche Unabhängigkeit. Sie bewies, dass Überleben am Tudor-Hof häufig von politischem Geschick abhing.
Catherine Howards Geschichte zeigt besonders deutlich die Gefahren des erheblichen Machtgefälles zwischen dem König und seinen jungen Ehefrauen.
Katherine Parr wirkte als Regentin, Autorin und Förderin der königlichen Kinder. Sie hinterließ damit ein politisches und kulturelles Erbe, das weit über die Rolle einer Pflegerin des alternden Königs hinausging.
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FAQs zu Heinrich VIII. Ehepartnerin
Heinrich VIII. hatte sechs Ehepartnerinnen: Katharina von Aragón, Anne Boleyn, Jane Seymour, Anna von Kleve, Catherine Howard und Katherine Parr.
Katharina von Aragón war Heinrichs erste Ehefrau. Sie heirateten am 11. Juni 1509. Die Ehe wurde am 23. Mai 1533 annulliert.
Katherine Parr war seine sechste und letzte Ehefrau. Die Hochzeit fand am 12. Juli 1543 statt. Sie war noch mit ihm verheiratet, als er am 28. Januar 1547 starb.
Die Reihenfolge lautet: Katharina von Aragón, Anne Boleyn, Jane Seymour, Anna von Kleve, Catherine Howard und Katherine Parr.
Anne Boleyn wurde am 19. Mai 1536 enthauptet. Catherine Howard wurde am 13. Februar 1542 hingerichtet.
Jane Seymour brachte am 12. Oktober 1537 Prinz Eduard zur Welt. Er wurde 1547 als Eduard VI. König.
Katharina von Aragón war fast 24 Jahre mit Heinrich verheiratet. Damit dauerte ihre Ehe länger als seine fünf späteren Ehen zusammen.
Anna von Kleve und Katherine Parr überlebten Heinrich. Katherine Parr war bei seinem Tod seine amtierende Ehefrau. Anna von Kleve war bereits seit 1540 nicht mehr mit ihm verheiratet.
Nicht im heutigen rechtlichen Sinn. Die Verbindungen mit Katharina von Aragón und Anna von Kleve wurden annulliert. Damit galten sie offiziell als von Anfang an ungültig.
Nein. Nur aus seinen ersten drei Ehen gingen Kinder hervor, die das Erwachsenenalter erreichten: Maria mit Katharina von Aragón, Elisabeth mit Anne Boleyn und Eduard mit Jane Seymour.
Sowohl Maria I. als auch Elisabeth I. wurden regierende Königinnen von England.
Sein Sohn Eduard VI. wurde nach Heinrichs Tod 1547 König. Nach Eduards Tod wurde Lady Jane Grey kurzzeitig ausgerufen, bevor sich Maria I. durchsetzte. Danach folgte Elisabeth I.
Heinrich wollte die Tudor-Dynastie absichern. Er befürchtete, dass eine umstrittene Thronfolge nach seinem Tod neue Machtkämpfe auslösen könnte.
Jane Seymour wird häufig als seine Lieblingsfrau bezeichnet, weil sie ihm Eduard gebar und Heinrich später neben ihr bestattet wurde. Sicher beweisen lässt sich eine persönliche Rangfolge seiner Gefühle jedoch nicht.
Katharina von Aragón liegt in der Kathedrale von Peterborough. Anne Boleyn und Catherine Howard wurden in St Peter ad Vincula im Tower of London beigesetzt. Jane Seymour liegt in der St George’s Chapel in Windsor. Anna von Kleve wurde in der Westminster Abbey bestattet. Katherine Parr liegt in der St Mary’s Church auf Sudeley Castle.
Fazit zu Heinrich VIII. Ehepartnerin
Die Suche nach Heinrich VIII. Ehepartnerin führt zu sechs Frauen, deren Leben eng mit der politischen und religiösen Entwicklung Englands verbunden war. Katharina von Aragón war Heinrichs erste und längste Ehefrau. Anne Boleyn wurde nach einem umstrittenen Verfahren hingerichtet. Jane Seymour brachte den einzigen ehelichen Sohn des Königs zur Welt, der die frühe Kindheit überlebte.
Die Ehe mit Anna von Kleve wurde nach wenigen Monaten annulliert. Dennoch erhielt sie eine sichere und wohlhabende Stellung. Catherine Howard wurde als sehr junge Frau wegen Hochverrats hingerichtet. Katherine Parr überlebte Heinrich als seine letzte Ehefrau und machte sich als Regentin sowie veröffentlichte Autorin einen Namen.
Der bekannte Merksatz über Scheidung, Hinrichtung, Tod und Überleben ist deshalb nur eine grobe Zusammenfassung. Er erklärt nicht die politischen Fähigkeiten, persönlichen Entscheidungen und eigenständigen Lebensgeschichten der sechs Königinnen. Ihre Ehen veränderten die englische Thronfolge, beschleunigten den Bruch mit Rom und prägten die Tudor-Dynastie noch lange nach Heinrichs Tod.

