Bud Spencer gehört auch zehn Jahre nach seinem Tod zu den beliebtesten europäischen Filmstars. Mit seinem Vollbart, seiner imposanten Erscheinung und den legendären Prügelszenen wurde er besonders an der Seite von Terence Hill zum Kult. Hinter dem Schauspieler steckte jedoch ein außergewöhnlich vielseitiger Mann: Carlo Pedersoli war Leistungsschwimmer, Olympiateilnehmer, Wasserballer, Komponist, Pilot, Unternehmer und Erfinder.
Am 27. Juni 2016 starb Bud Spencer im Alter von 86 Jahren in Rom. 2026 jährte sich sein Tod zum zehnten Mal. Trotzdem sind seine Filme weiterhin regelmäßig im Fernsehen zu sehen, Fanveranstaltungen ziehen Tausende Besucher an und in Berlin erinnert eine große Ausstellung an seine Karriere. Das dortige Bud-Spencer-Museum wurde inzwischen um Terence Hill erweitert und tritt als SpencerHill World auf.
Bud Spencer im Steckbrief
| Merkmal | Information |
| Bürgerlicher Name | Carlo Pedersoli |
| Künstlername | Bud Spencer |
| Geboren | 31. Oktober 1929 |
| Geburtsort | Neapel, Italien |
| Gestorben | 27. Juni 2016 |
| Sterbeort | Rom, Italien |
| Alter beim Tod | 86 Jahre |
| Größe | etwa 1,94 Meter |
| Ehefrau | Maria Amato |
| Hochzeit | 25. Februar 1960 |
| Kinder | Giuseppe, Cristiana und Diamante |
| Bekanntester Filmpartner | Terence Hill |
| Berufe/Tätigkeiten | Schauspieler, Sportler, Komponist, Unternehmer, Pilot, Erfinder |
| Olympische Spiele | Helsinki 1952, Melbourne 1956 |
Die wichtigsten biografischen Eckdaten werden auch von der offiziellen Bud-Spencer-Seite bestätigt. Dort wird seine Körpergröße während des Beginns seiner großen Filmkarriere mit rund 1,94 Metern angegeben.
Wie hieß Bud Spencer wirklich?
Bud Spencer wurde am 31. Oktober 1929 als Carlo Pedersoli in Neapel geboren. Seine Familie zog während seiner Kindheit nach Rom. Schon früh fiel auf, dass Carlo sowohl sportlich als auch schulisch ungewöhnlich talentiert war.
Nach der Schule begann er zunächst ein Chemiestudium. Als seine Familie nach Südamerika ging, unterbrach er das Studium. Nach seiner Rückkehr nach Italien studierte er Rechtswissenschaften, konzentrierte sich jedoch gleichzeitig immer stärker auf den Leistungssport.
Bevor aus Carlo Pedersoli der international bekannte Schauspieler wurde, führte er deshalb bereits ein Leben, das für mehrere Biografien gereicht hätte.
Bud Spencer war vor seiner Filmkarriere Spitzensportler
Lange bevor er Gegner auf der Kinoleinwand mit seiner berühmten flachen Hand außer Gefecht setzte, gehörte Carlo Pedersoli zu den besten italienischen Schwimmern seiner Zeit.
Bud Spencer als Schwimmer und Olympiateilnehmer
Am 19. September 1950 schwamm Pedersoli die 100 Meter Freistil in 59,5 Sekunden. Damit war er der erste Italiener, der diese Strecke in weniger als einer Minute zurücklegte.
Während seiner Schwimmkarriere gewann er mehrere italienische Meistertitel. Außerdem vertrat er Italien bei zwei Olympischen Sommerspielen:
- 1952 in Helsinki
- 1956 in Melbourne
Eine olympische Medaille gewann er zwar nicht, doch seine Leistungen machten ihn bereits lange vor seiner Schauspielkarriere in Italien bekannt. Zusätzlich spielte Pedersoli Wasserball auf hohem Niveau.
1957 beendete er seine aktive Sportkarriere. Anschließend zog es ihn erneut nach Südamerika. In Venezuela arbeitete er unter anderem beim Bau der Panamericana und später für Alfa Romeo, bevor er 1959 nach Italien zurückkehrte.
Wie wurde aus Carlo Pedersoli Bud Spencer?
Der entscheidende Wendepunkt kam 1967. Regisseur Giuseppe Colizzi suchte für den Western „Gott vergibt … Django nie!“ einen körperlich beeindruckenden Schauspieler. Carlo Pedersoli passte mit seiner Größe und seinem Gewicht perfekt in die Rolle.
Für die internationale Vermarktung sollte er allerdings einen amerikanisch klingenden Künstlernamen verwenden.
So entstand Bud Spencer.
Nach seiner eigenen Darstellung kombinierte Pedersoli den Namen des Schauspielers Spencer Tracy mit Bud, angelehnt an seine damalige Lieblingsbiermarke Budweiser.
Im gleichen Film spielte Mario Girotti mit, der ebenfalls einen neuen Künstlernamen verwendete: Terence Hill.
Damit begann eines der berühmtesten Leinwandduos Europas.
Bud Spencer und Terence Hill: Wie viele Filme drehten sie gemeinsam?
Bud Spencer und Terence Hill werden heute fast automatisch miteinander verbunden. Ganz eindeutig ist die Zahl ihrer gemeinsamen Filme allerdings nur, wenn man erklärt, was mit „gemeinsam“ gemeint ist.
Bereits 1959 wirkten Carlo Pedersoli und Mario Girotti beide in „Hannibal“ mit. Sie hatten dort jedoch keine gemeinsamen Szenen und bildeten noch kein Filmduo.
Ab „Gott vergibt … Django nie!“ von 1967 folgten 17 Filme als eigentliches Spencer-Hill-Gespann. Zählt man „Hannibal“ hinzu, standen beide insgesamt in 18 Produktionen im selben Cast. Selbst Terence Hills offizielle Website führt diese 18 Titel auf, spricht bei ihrer eigentlichen Zusammenarbeit jedoch von 17 Filmen.
Den Abschluss bildete 1994 der Western „Die Troublemaker“.
Warum waren Bud Spencer und Terence Hill so erfolgreich?
Das Erfolgsrezept funktionierte erstaunlich einfach: Terence Hill spielte meist den schnellen, cleveren und charmanten Typen, während Bud Spencer den wortkargen, kräftigen und im Kern gutmütigen Gegenpol verkörperte.
Ihre Figuren stritten sich regelmäßig, hielten letztlich jedoch zusammen. Dazu kamen Verfolgungsjagden, Slapstick, große Mahlzeiten und natürlich jene Prügeleien, bei denen zwar ganze Gruppen von Bösewichten durch die Luft flogen, die Filme aber selten wirklich brutal wirkten.
Gerade dadurch funktionierten viele Spencer-Hill-Filme gleichzeitig als Western, Abenteuerfilm, Actionkomödie und Familienunterhaltung.
Die bekanntesten Filme von Bud Spencer
Bud Spencer drehte sowohl mit Terence Hill als auch allein zahlreiche erfolgreiche Filme. Besonders die Produktionen der 1970er- und frühen 1980er-Jahre wurden zu Klassikern.
| Film | Jahr | Mit Terence Hill? |
| Die rechte und die linke Hand des Teufels | 1970 | Ja |
| Vier Fäuste für ein Halleluja | 1971 | Ja |
| Zwei Himmelhunde auf dem Weg zur Hölle | 1972 | Ja |
| Zwei wie Pech und Schwefel | 1974 | Ja |
| Zwei außer Rand und Band | 1977 | Ja |
| Sie nannten ihn Mücke | 1978 | Nein |
| Zwei sind nicht zu bremsen | 1978 | Ja |
| Das Krokodil und sein Nilpferd | 1979 | Ja |
| Zwei Asse trumpfen auf | 1981 | Ja |
| Banana Joe | 1982 | Nein |
| Zwei bärenstarke Typen | 1983 | Ja |
| Vier Fäuste gegen Rio | 1984 | Ja |
| Die Miami Cops | 1985 | Ja |
| Die Troublemaker | 1994 | Ja |
Daneben entwickelte Bud Spencer mit den „Plattfuß“-Filmen eine erfolgreiche eigene Reihe. Später wechselte er verstärkt zum Fernsehen und spielte beispielsweise in „Big Man“ und „Extralarge“. Sein Sohn Giuseppe arbeitete bei mehreren dieser Projekte hinter der Kamera mit.
Bud Spencer privat: Ehefrau Maria Amato und seine Kinder
Trotz seines weltweiten Ruhms führte Bud Spencer über Jahrzehnte eine beständige Ehe.
Am 25. Februar 1960 heiratete er Maria Amato, die Tochter des Filmproduzenten Giuseppe Amato. Das Paar blieb bis zu Bud Spencers Tod 2016 verheiratet.
Gemeinsam bekamen sie drei Kinder:
- Giuseppe Pedersoli, geboren 1961
- Cristiana Pedersoli, geboren 1962
- Diamante Pedersoli, geboren 1972
Seine Familie spielte später auch beruflich eine Rolle. Giuseppe arbeitete unter anderem als Produzent und Drehbuchautor. Diamante trat wiederum in Produktionen ihres Vaters auf.
Bud Spencer war auch Pilot, Musiker und Erfinder
Der Schauspieler beschränkte sich nie auf das Filmgeschäft.
Musik gehörte bereits früh zu seinen Leidenschaften. Zwischen 1960 und 1964 arbeitete er für RCA und komponierte neapolitanische Volks- und Popsongs. Später sang er außerdem für einige seiner Filme.
Während der Dreharbeiten zu „Zwei Himmelhunde auf dem Weg zur Hölle“ entwickelte er eine Begeisterung für das Fliegen. Er erwarb Pilotenlizenzen und sammelte nach Angaben seiner offiziellen Biografie mehr als 2.000 Flugstunden mit Flugzeugen sowie rund 500 Stunden mit Hubschraubern.
1981 gründete er zudem die Fluggesellschaft Mistral Air, die er später verkaufte.
Hinzu kam eine ausgeprägte Erfinderlust. Laut seiner offiziellen Website hielt Carlo Pedersoli insgesamt zwölf Patente. Zu seinen Ideen gehörten unter anderem ein Gehstock mit integriertem Sitz beziehungsweise Tisch sowie eine Einwegzahnbürste mit bereits enthaltener Zahnpasta.
Damit war Bud Spencer tatsächlich weit mehr als nur Schauspieler.
Wann ist Bud Spencer gestorben?
Bud Spencer starb am 27. Juni 2016 in Rom. Er wurde 86 Jahre alt.
Sein Sohn Giuseppe Pedersoli teilte damals mit, dass sein Vater friedlich gestorben sei, nicht gelitten habe und seine Familie bei ihm gewesen sei. Sein letztes Wort sei „Grazie“ – „Danke“ gewesen.
Was war die Todesursache von Bud Spencer?
Über die genaue medizinische Todesursache von Bud Spencer gibt es keine offiziell bestätigte öffentliche Angabe.
Deshalb sollte man Behauptungen über eine konkrete Krankheit oder Todesursache vorsichtig behandeln. Öffentlich bestätigt wurde vor allem, dass er friedlich im Kreis seiner Familie starb und nach Angaben seines Sohnes keine Schmerzen hatte.
Warum ist Bud Spencer 2026 noch immer so beliebt?
2026 sind seit Bud Spencers Tod bereits zehn Jahre vergangen. Trotzdem ist sein Kultstatus ungewöhnlich stark geblieben – besonders in Deutschland, Italien und mehreren Ländern Mittel- und Osteuropas.
Ein sichtbares Zeichen dafür ist die Ausstellung in Berlin. Das ursprünglich als Bud-Spencer-Museum eröffnete Projekt wurde 2024 um Exponate zu Terence Hill erweitert. In der heutigen SpencerHill World am Boulevard Unter den Linden befinden sich unter anderem private Erinnerungsstücke, Filmkostüme und bekannte Requisiten wie der rot-gelbe Buggy aus „Zwei wie Pech und Schwefel“.
Auch die Fangemeinde bleibt aktiv. Vom 3. bis 6. September 2026 ist in Ilmenau das Jubiläum zum 25-jährigen Bestehen des Spencer-Hill-Festivals geplant. Die Veranstalter rechnen mit bis zu 20.000 Gästen.
Dass ein Schauspieler zehn Jahre nach seinem Tod weiterhin eigene Museen, Festivals und generationsübergreifende Fangemeinden besitzt, zeigt, wie stark die Figur Bud Spencer in der europäischen Popkultur verankert ist.
Fazit: Bud Spencer war weit mehr als der starke Mann aus den Filmen
Bud Spencer bleibt vor allem als gutmütiger Riese mit Vollbart, gewaltiger Faust und trockenem Humor in Erinnerung. Doch Carlo Pedersolis tatsächliches Leben war mindestens genauso ungewöhnlich wie seine Filmrollen.
Er stellte italienische Schwimmrekorde auf, nahm zweimal an Olympischen Spielen teil, lebte und arbeitete in Südamerika, komponierte Musik, flog Flugzeuge und Hubschrauber, gründete ein Unternehmen, entwickelte Erfindungen und wurde erst relativ spät zum internationalen Filmstar.
Gemeinsam mit Terence Hill schuf er schließlich einen eigenen Stil von Actionkomödie, der bis heute funktioniert. Seine Filme leben deshalb nicht nur von Prügeleien und Sprüchen, sondern vor allem von Freundschaft, Loyalität, Humor und Figuren, die am Ende meistens auf der Seite der Schwächeren stehen.
Auch 2026, zehn Jahre nach seinem Tod, lebt der Bud-Spencer-Kult weiter.
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Häufig gestellte Fragen zu Bud Spencer
Bud Spencer hieß mit bürgerlichem Namen Carlo Pedersoli. Er wurde am 31. Oktober 1929 in Neapel geboren.
Für seine internationale Filmkarriere sollte Pedersoli einen amerikanisch klingenden Namen wählen. Nach seiner eigenen Darstellung kombinierte er „Bud“ nach Budweiser mit dem Nachnamen seines bewunderten Schauspielers Spencer Tracy.
Die offizielle Bud-Spencer-Biografie gibt seine Größe während des Beginns seiner Filmkarriere mit ungefähr 1,94 Metern an.
Ja. Carlo Pedersoli vertrat Italien als Schwimmer bei den Olympischen Spielen 1952 in Helsinki und 1956 in Melbourne. Bereits 1950 hatte er als erster Italiener die 100 Meter Freistil in weniger als einer Minute absolviert.
Beide waren in insgesamt 18 Filmen zu sehen, wenn „Hannibal“ von 1959 mitgezählt wird. Dort hatten sie allerdings keine gemeinsamen Szenen. Als eigentliches Filmduo drehten Bud Spencer und Terence Hill ab 1967 17 Filme miteinander.
Ihre jahrzehntelange Zusammenarbeit ging über eine rein zufällige Filmpartnerschaft hinaus. Terence Hill sprach auch nach Bud Spencers Tod sehr persönlich über seinen langjährigen Kollegen und bezeichnet auf seiner offiziellen Website ihre Begegnung als großes Glück für beide.
Bud Spencer war seit dem 25. Februar 1960 mit Maria Amato verheiratet. Die Ehe bestand bis zu seinem Tod im Juni 2016.
Bud Spencer und Maria Amato hatten drei Kinder: Giuseppe, Cristiana und Diamante Pedersoli.
Bud Spencer starb am 27. Juni 2016 im Alter von 86 Jahren in Rom. Seine Familie war bei ihm.
Eine konkrete medizinische Todesursache wurde nicht offiziell öffentlich bekanntgegeben. Sein Sohn Giuseppe erklärte, sein Vater sei friedlich und ohne Leiden im Kreis der Familie gestorben.
Ja. In Berlin befindet sich am Unter den Linden 10 die Ausstellung, die ursprünglich als Bud-Spencer-Museum eröffnet wurde und 2024 um Terence Hill zur SpencerHill World erweitert wurde. Dort sind zahlreiche persönliche Gegenstände, Kostüme und Originalrequisiten zu sehen.

