Schlussgang bezeichnet im Schweizer Schwingsport den letzten und wichtigsten Kampf eines Schwingfests. Normalerweise treten dabei die beiden Schwinger gegeneinander an, die nach fünf Gängen die meisten Punkte gesammelt haben. Beim Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest erfolgt die Auswahl dagegen nach sieben Gängen.
Allerdings entspricht der Schlussgang nicht vollständig einem klassischen Finale. Endet der Kampf unentschieden, kann ein anderer Schwinger aufgrund seiner Gesamtpunktzahl das Fest gewinnen. Genau dieser Unterschied macht den Schlussgang besonders spannend.
Darüber hinaus trägt eine Schweizer Fachzeitung für den Schwingsport den Namen SCHLUSSGANG. Die dazugehörige Website Schlussgang.ch bietet Nachrichten, Resultate, Ranglisten, Schwingerporträts, einen Live-Ticker und eine umfangreiche Wissensdatenbank.
Schlussgang im Überblick
| Frage | Antwort |
| Was ist der Schlussgang? | Der letzte Kampf eines Schwingfests |
| Wer nimmt daran teil? | In der Regel die beiden punktbesten Schwinger |
| Wann werden die Teilnehmer bestimmt? | Nach fünf Gängen, beim Eidgenössischen nach sieben |
| Ist der Schlussgang ein Finale? | Nicht im klassischen Sinn |
| Was erhält der Sieger? | Im Schlussgang grundsätzlich 10,00 Punkte |
| Was erhält der Verlierer? | Grundsätzlich 8,75 Punkte |
| Was passiert bei einem Unentschieden? | Ein dritter Schwinger kann das Fest gewinnen |
| Wie lange dauert der Schlussgang? | Abhängig vom Anlass; beim ESAF bis zu 16 Minuten |
| Was bedeutet SCHLUSSGANG außerdem? | Name einer Schweizer Schwingerzeitung und Onlineplattform |
| Wo findet man Resultate? | Unter anderem auf Schlussgang.ch und in der Schwinger-App |
Was bedeutet Schlussgang?
Das Wort Schlussgang besteht aus „Schluss“ und „Gang“. Ein einzelner Kampf im Schwingen heißt nicht Runde oder Match, sondern Gang. Folglich ist der Schlussgang der abschließende Gang eines Schwingfests.
Der Begriff gehört vor allem zur schweizerischen Sportsprache. Außerhalb der Schweiz wird er manchmal irrtümlich mit „Finale“ übersetzt. Diese vereinfachte Erklärung trifft den Ablauf jedoch nicht vollständig, weil nicht zwingend einer der beiden Schlussgangteilnehmer den gesamten Wettkampf gewinnt.
Im übertragenen Sinn kann „Schlussgang“ außerdem eine letzte oder entscheidende Phase bezeichnen. Die feststehende sportliche Bedeutung bezieht sich jedoch auf das Schwingen.
Wie funktioniert der Schlussgang beim Schwingen?
Ein gewöhnliches Schwingfest umfasst normalerweise sechs Gänge an einem Tag. Die Abschnitte tragen eigene Namen:
- Die ersten beiden Kämpfe heißen Anschwingen.
- Der dritte und vierte Kampf bilden das Ausschwingen.
- Die letzten beiden Kämpfe heißen Ausstich.
- Der Schlussgang ist der besonders angesetzte letzte Kampf des Fests.
Nach fünf Gängen stehen die Schwinger mit den höchsten Punktzahlen an der Spitze der Zwischenrangliste. Aus diesem Kreis bestimmt das Einteilungsgericht die beiden Teilnehmer für den Schlussgang.
Beim Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest, kurz ESAF, läuft der Wettbewerb über acht Gänge und zwei Tage. Dort werden die Schlussgangteilnehmer erst nach dem siebten Gang bestimmt. Die Gänge sieben und acht gehören zum sogenannten Kranz-Ausstich. SCHLUSSGANG erklärt den üblichen Wettkampfablauf.
Wer kommt in den Schlussgang?
Grundsätzlich erreichen die beiden punktbesten Schwinger den Schlussgang. Die Auswahl ist dennoch nicht immer vollkommen automatisch. Haben drei oder mehr Athleten gleich viele Punkte, entscheidet das Einteilungsgericht, welche zwei Schwinger den letzten Kampf bestreiten.
Dabei können unter anderem die bisherigen Gegner, die erzielten Resultate und der Verlauf des Wettkampfs eine Rolle spielen. Das Einteilungsgericht muss außerdem eine sportlich vertretbare Paarung zusammenstellen.
Die Ausgangslage vor dem letzten Kampf beeinflusst häufig die Taktik. Ein führender Schwinger kann möglicherweise auch mit einem Gestellten, also einem Unentschieden, weit vorne bleiben. Sein Gegner benötigt dagegen unter Umständen zwingend einen Sieg.
Warum ist der Schlussgang kein normales Finale?
Bei einem klassischen K.-o.-Turnier gewinnt automatisch der Sieger des Endspiels den Wettbewerb. Beim Schwingen zählt dagegen die Summe aller erhaltenen Noten. Deshalb ist der Schlussgang zwar der Höhepunkt des Tages, aber kein vollständig vom restlichen Klassement getrenntes Finale.
Gewinnt ein Teilnehmer den Schlussgang, erhält er die vorgeschriebene Maximalnote von 10,00 Punkten und sichert sich normalerweise den Festsieg. Endet der Kampf jedoch gestellt, erhalten beide Schwinger weniger Punkte. Dadurch kann ein anderer Teilnehmer, der seinen letzten regulären Gang mit einer hohen Note gewonnen hat, noch an ihnen vorbeiziehen.
Dieser Sportler wird häufig als lachender Dritter bezeichnet. Die Möglichkeit eines solchen Ergebnisses wird auch in der Regelerklärung von Schlussgang.ch ausdrücklich beschrieben.
Welche Noten gibt es im Schlussgang?
Beim Schwingen entscheidet nicht nur Sieg oder Niederlage. Jeder Gang wird zusätzlich mit einer Note bewertet.
| Ergebnis | Übliche Note |
| Plattwurf beziehungsweise besonders klarer Sieg | 10,00 |
| Normaler Sieg | 9,75 |
| Gestellter Gang | meistens 8,75 |
| Technisch starker gestellter Gang | bis 9,00 |
| Niederlage | meistens 8,50 |
| Gute Leistung trotz Niederlage | bis 8,75 |
Im Schlussgang gelten besondere Vorgaben: Der Sieger bekommt 10,00 Punkte, während der Verlierer 8,75 Punkte erhält. Bei einem Gestellten entscheidet das zuständige Platzkampfgericht über die Bewertung. Die Einzelheiten erläutert die Schwingerpedia zur Notengebung.
Die Noten sämtlicher Gänge werden zusammengerechnet. Dadurch kann der Verlierer des Schlussgangs im Schlussklassement weiter zurückfallen und muss nicht automatisch Zweiter werden.
Wann ist ein Schlussgang gewonnen?
Ein Schwinger gewinnt, wenn er seinen Gegner regelgerecht auf den Rücken bringt. Dabei müssen beide Schulterblätter beziehungsweise der Rücken innerhalb des Sägemehlrings den Boden berühren. Der Angreifer muss außerdem mindestens mit einer Hand an der Schwinghose des Gegners bleiben.
Nach der Entscheidung gehört eine besondere Geste zur Tradition: Der Sieger wischt dem Verlierer das Sägemehl vom Rücken. Dieses Ritual steht für Respekt und sportliche Fairness.
Gelingt während der festgelegten Zeit keine Entscheidung, endet der Schlussgang gestellt. Ein Gestellter entspricht einem Unentschieden.
Wie lange dauert ein Schlussgang?
Die Gangdauer richtet sich nach der Größe und Bedeutung des Schwingfests. Bei kleineren Regionalfesten können einzelne Kämpfe nur wenige Minuten dauern. Für wichtige Schlussgänge wird gewöhnlich deutlich mehr Zeit angesetzt.
Beim Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest kann der Schlussgang bis zu 16 Minuten dauern. Dadurch erhalten die Athleten ausreichend Gelegenheit, eine Entscheidung herbeizuführen. Gleichzeitig erfordert ein langer Kampf enorme Kraft, Ausdauer und taktische Disziplin. Die Gangdauer reicht laut Schwingerpedia je nach Anlass von vier bis 16 Minuten.
Schlussgang beim Eidgenössischen Schwingfest
Das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest bildet den wichtigsten Wettbewerb des Sports. Es findet normalerweise alle drei Jahre statt und erstreckt sich über zwei Tage. Jeder verbliebene Teilnehmer bestreitet insgesamt acht Gänge.
Nach dem siebten Gang werden die zwei Teilnehmer für den Schlussgang ausgewählt. Der Gesamtsieger erhält den Titel Schwingerkönig. Diesen Ehrentitel trägt er lebenslang.
Auch beim Eidgenössischen muss der spätere König jedoch nicht zwingend im Schlussgang stehen. Das zeigte das ESAF 2025 in Mollis besonders eindrucksvoll: Werner Schlegel und Samuel Giger bestritten den Schlussgang, kamen aber nicht über ein Unentschieden hinaus. Währenddessen gewann Armon Orlik seinen achten Gang mit der Maximalnote und übernahm die Spitze des Klassements. Dadurch wurde er Schwingerkönig, obwohl er nicht am Schlussgang teilgenommen hatte.
Dieser außergewöhnliche Ausgang verdeutlicht, warum der Schlussgang nicht einfach als Endspiel bezeichnet werden sollte.
Was bedeutet Erstgekrönter?
Beim Eidgenössischen kann neben dem Schwingerkönig ein weiterer Schwinger die gleiche Gesamtpunktzahl erreichen. Der Gewinner des Schlussgangs wird in einer solchen Situation zum Schwingerkönig erklärt. Der punktgleiche Konkurrent erhält den Titel Erstgekrönter.
Auch dieser Begriff ist eng mit dem besonderen Ranglistensystem des Schwingsports verbunden. Der Erstgekrönte ist nicht einfach ein gewöhnlicher Zweitplatzierter, sondern ein Athlet, der das Fest mit derselben Punktzahl wie der König beendet hat.
Warum ist der Schlussgang so spannend?
Der Schlussgang vereint mehrere Besonderheiten des Schwingens. Einerseits treten zwei der stärksten Athleten des Tages direkt gegeneinander an. Andererseits bleibt die gesamte Rangliste wichtig.
Die Spannung entsteht vor allem durch folgende Faktoren:
- Beide Teilnehmer haben bereits fünf beziehungsweise sieben anstrengende Gänge absolviert.
- Die bisherige Punktzahl bestimmt die taktische Ausgangslage.
- Ein Schwinger benötigt möglicherweise einen Sieg, während dem anderen ein Gestellter helfen könnte.
- Der Kampf kann über viele Minuten dauern.
- Ein Unentschieden öffnet einem dritten Teilnehmer die Tür zum Festsieg.
- Der Verlierer kann im Schlussklassement mehrere Positionen zurückfallen.
Deshalb beobachten Zuschauer nicht nur den letzten Kampf, sondern auch die Ergebnisse der übrigen Spitzenathleten.
SCHLUSSGANG als Schwingerzeitung
SCHLUSSGANG ist zugleich der Name einer Fachzeitung für den Schweizer Schwingsport. Sie besteht seit 2004 und berichtet über Schwingfeste, Athleten, Resultate, Ranglisten und Entwicklungen rund um den Sägemehlring.
Die Zeitung erscheint während der aktiven Schwingersaison häufiger als im Winter. Nach den aktuellen Aboangaben werden 19 Ausgaben pro Jahr veröffentlicht: Von April bis September erscheint die Zeitung zweiwöchentlich, von Oktober bis März monatlich. Zum Angebot gehört außerdem ein E-Paper-Zugang. Informationen zum SCHLUSSGANG-Abo.
Seit 2025 ergänzt „SCHLUSSGANG. Das Schwingermagazin.“ das Angebot. Die erste Ausgabe stellte unter anderem den damaligen neuen Schwingerkönig Armon Orlik ausführlich vor. Das Magazin folgte auf die bisherige Publikation „TYPISCH“.
Was bietet Schlussgang.ch?
Die Website Schlussgang.ch ist eine umfassende Informationsplattform für Schwingfans. Sie deckt sowohl große Eidgenössische Anlässe als auch Teilverbands-, Berg-, Kantonal-, Gau-, Regional- und Nachwuchsfeste ab.
Zu den wichtigsten Angeboten gehören:
- aktuelle Nachrichten aus dem Schwingsport,
- Vorschauen und Analysen,
- Live-Ticker von Schwingfesten,
- laufende Resultate und Schlussranglisten,
- Porträts bekannter Schwinger,
- Jahreswertungen,
- eine Agenda mit kommenden Veranstaltungen,
- Informationen zum Frauen- und Jungschwingen,
- Videos und Interviews,
- die Schwingerpedia mit Regeln und Fachbegriffen,
- Zeitung, E-Paper, Newsletter und Shop.
Ein Teil der Inhalte ist frei zugänglich. Für zusätzliche Statistiken, Ticker-Informationen und exklusive Artikel kann ein Online-Abonnement erforderlich sein.
Schlussgang-App und aktuelle Resultate
Neben der Website existiert eine Schwinger-App von SCHLUSSGANG. Sie richtet sich vor allem an Nutzer, die aktuelle Einteilungen, Resultate, Ranglisten und Schwingerporträts auf dem Smartphone verfolgen möchten.
An Wettkampftagen werden Informationen teilweise laufend aktualisiert. Allerdings hängt der Umfang der verfügbaren Daten vom jeweiligen Schwingfest und vom gewählten Zugang ab. Wer ausschließlich nach dem Ergebnis eines bestimmten Schlussgangs sucht, sollte den Namen des Fests und das Jahr ergänzen.
Geeignete Suchanfragen sind beispielsweise:
- „Schlussgang heute“
- „Schlussgang Resultate“
- „Schlussgang live“
- „Schlussgang Schwägalp 2026“
- „Schlussgang Kilchberger Schwinget 2026“
- „Schlussgang Rangliste“
- „Schlussgang Zeitung Abo“
Wichtige Begriffe rund um den Schlussgang
| Begriff | Bedeutung |
| Gang | Einzelner Kampf beim Schwingen |
| Anschwingen | Erster und zweiter Gang |
| Ausschwingen | Dritter und vierter Gang |
| Ausstich | Letzte Phase eines normalen Schwingfests |
| Gestellter | Unentschiedener Gang |
| Einteilungsgericht | Bestimmt die Paarungen |
| Plattwurf | Direkter, besonders klarer Sieg |
| Kranz | Bedeutende Auszeichnung bei einem Kranzfest |
| Eidgenosse | Schwinger, der am ESAF einen Kranz gewonnen hat |
| Böser | Umgangssprachliche Bezeichnung für einen Spitzenschwinger |
| Schwingerkönig | Gesamtsieger des Eidgenössischen |
| Erstgekrönter | Punktgleicher Spitzenathlet neben dem König |
| Sägemehlring | Wettkampffläche der Schwinger |
Fazit: Der Schlussgang ist mehr als ein Finale
Der Schlussgang ist der letzte und meist wichtigste Kampf eines Schwingfests. Ihn bestreiten normalerweise die beiden punktbesten Athleten nach fünf Gängen beziehungsweise nach sieben Gängen beim Eidgenössischen. Dennoch handelt es sich nicht um ein klassisches Finale, weil die Gesamtpunkte aller Gänge über den Festsieg entscheiden.
Bei einem Gestellten kann deshalb ein dritter Schwinger den Sieg übernehmen. Beim ESAF 2025 gelang Armon Orlik auf diese Weise sogar der Gewinn des Königstitels, ohne selbst im Schlussgang zu stehen.
Gleichzeitig bezeichnet SCHLUSSGANG eine Zeitung, ein Magazin und eine digitale Plattform rund um den Schweizer Nationalsport. Wer aktuelle Nachrichten, Resultate, Ranglisten oder Hintergrundberichte sucht, findet dort ein umfangreiches Angebot.
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Häufige Fragen zum Schlussgang
Der Schlussgang ist der letzte Kampf eines Schwingfests. In der Regel treten die beiden Schwinger mit den meisten Punkten gegeneinander an.
Normalerweise qualifizieren sich die zwei punktbesten Schwinger nach fünf Gängen. Beim Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest erfolgt die Auswahl nach sieben Gängen.
Bei einem Sieg erhält der Gewinner 10,00 Punkte und gewinnt normalerweise auch das Fest. Endet der Schlussgang jedoch unentschieden, kann ein anderer Schwinger aufgrund seiner Gesamtpunktzahl Festsieger werden.
Ein Unentschieden heißt beim Schwingen Gestellter. Beide Teilnehmer erhalten dafür weniger Punkte als für einen Sieg. Deshalb kann ein dritter Athlet in der Rangliste an ihnen vorbeiziehen.
Der Sieger des Schlussgangs erhält die vorgeschriebene Note 10,00. Der Verlierer bekommt 8,75 Punkte.
Die Dauer hängt vom Anlass ab. Beim Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest kann der Schlussgang bis zu 16 Minuten dauern.
Beim ESAF ist der Schlussgang der letzte Kampf nach sieben vorherigen Gängen. Der Gesamtsieger des Fests wird zum Schwingerkönig ernannt.
Ja. Armon Orlik wurde 2025 Schwingerkönig, obwohl Werner Schlegel und Samuel Giger den Schlussgang bestritten. Beide stellten, während Orlik seinen achten Gang gewann und die Ranglistenspitze übernahm.
SCHLUSSGANG ist eine Schweizer Fachzeitung über den Schwingsport. Zum Medienangebot gehören außerdem die Website Schlussgang.ch, ein Schwingermagazin, eine App, Live-Ticker, Resultate und Schwingerporträts.
Aktuelle Resultate finden Nutzer unter anderem auf Schlussgang.ch, in der zugehörigen Schwinger-App, bei Veranstaltern sowie in der Sportberichterstattung des Schweizer Fernsehens.

