Wer war Rosi Mittermaier, woran starb die frühere Skirennläuferin und wie viele Kinder hatte sie? Warum wurde sie „Gold-Rosi“ genannt? Mit zwei Goldmedaillen und einer Silbermedaille bei den Olympischen Winterspielen 1976 in Innsbruck schrieb sie deutsche Sportgeschichte.
Rosi Mittermaier war eine deutsche Skirennläuferin, Doppelolympiasiegerin und eine der beliebtesten Sportlerinnen des Landes. Sie wurde am 5. August 1950 in München geboren und starb am 4. Januar 2023 im Alter von 72 Jahren in Garmisch-Partenkirchen. Als Todesursache wurde später eine Krebserkrankung bekannt. Welche Krebsart bei ihr diagnostiziert worden war, teilte die Familie nicht mit.
Seit 1980 war Mittermaier mit dem früheren Skirennfahrer Christian Neureuther verheiratet. Das Paar bekam zwei Kinder: die Künstlerin und Modedesignerin Ameli Neureuther sowie den ehemaligen Skirennfahrer Felix Neureuther.
Rosi Mittermaier im Steckbrief
| Merkmal | Angabe |
| Vollständiger Name | Rosa Anna Katharina Mittermaier-Neureuther |
| Bekannt als | Rosi Mittermaier, „Gold-Rosi“ |
| Geburtsdatum | 5. August 1950 |
| Geburtsort | München |
| Aufgewachsen | Winklmoos-Alm bei Reit im Winkl |
| Sterbedatum | 4. Januar 2023 |
| Sterbeort | Garmisch-Partenkirchen |
| Alter beim Tod | 72 Jahre |
| Todesursache | Folgen einer Krebserkrankung |
| Beruf | Skirennläuferin, Autorin, Sportbotschafterin |
| Ehemann | Christian Neureuther |
| Hochzeit | 1980 |
| Kinder | Ameli und Felix Neureuther |
| Geschwister | Heidi und Evi Mittermaier |
| Größter Erfolg | Zweifache Olympiasiegerin 1976 |
| Weltcupsiege | 10 |
| Karriereende | 1976 |
Wer war Rosi Mittermaier?
Rosi Mittermaier gehörte zu den prägenden Persönlichkeiten des deutschen Wintersports. Ihren außergewöhnlichen Bekanntheitsgrad verdankte sie nicht allein ihren sportlichen Erfolgen. Viele Menschen schätzten zugleich ihre freundliche, bescheidene und natürliche Art.
Geboren wurde sie als Rosa Anna Katharina Mittermaier in München. Ihre Kindheit verbrachte sie jedoch überwiegend auf der Winklmoos-Alm in den Chiemgauer Alpen. Dort führten ihre Eltern zunächst ein Gasthaus und später ein Studentenheim.
Ihr Vater Heinrich Mittermaier war staatlich geprüfter Skilehrer und betrieb eine eigene Skischule. Deshalb kamen Rosi und ihre Schwestern schon früh mit dem Skisport in Kontakt. Auch Heidi und Evi Mittermaier wurden erfolgreiche Skirennläuferinnen und nahmen an Olympischen Spielen teil.
Rosi stand bereits im Alter von sechs Jahren auf Skiern. Ihr Vater trainierte sie zunächst selbst. Nach Erfolgen bei regionalen Nachwuchsrennen rückte sie Mitte der 1960er-Jahre in die deutsche Nationalmannschaft auf.
Die Skikarriere von Rosi Mittermaier
Rosi Mittermaier startete ab der Saison 1966/67 bei internationalen Rennen. Damit gehörte sie zu den Athletinnen der ersten Weltcup-Saison im alpinen Skisport.
Ihr erster Weltcupsieg gelang ihr im Januar 1969 beim Slalom in Schruns. In den folgenden Jahren entwickelte sie sich vor allem im Slalom zu einer der besten Fahrerinnen der Welt. Zudem gewann sie zahlreiche deutsche Meistertitel.
Allerdings verlief ihre Karriere nicht ohne Rückschläge. In ihrer Jugend musste sie nach schweren Beinverletzungen mehrere Monate pausieren. Später blieb sie bei großen internationalen Meisterschaften zunächst häufig ohne Medaille. Bei den Olympischen Winterspielen 1968 in Grenoble und 1972 in Sapporo erreichte sie noch nicht die erhofften Spitzenplätze.
Trotzdem gab sie nicht auf. Vor der Saison 1975/76 bereitete sie sich besonders intensiv vor. Diese Entscheidung führte schließlich zum größten Erfolg ihrer Laufbahn.
Warum wurde Rosi Mittermaier „Gold-Rosi“ genannt?
Den Spitznamen „Gold-Rosi“ erhielt Rosi Mittermaier nach ihren Erfolgen bei den Olympischen Winterspielen 1976 in Innsbruck.
Zunächst gewann sie überraschend die Abfahrt. Zuvor hatte sie noch nie ein Weltcuprennen in dieser Disziplin gewonnen. Danach holte sie auch im Slalom die Goldmedaille. Im Riesenslalom verpasste sie den dritten Olympiasieg nur knapp und wurde hinter der Kanadierin Kathy Kreiner Zweite.
Ihre Olympia-Bilanz lautete damit:
- Gold in der Abfahrt
- Gold im Slalom
- Silber im Riesenslalom
Mittermaier gewann somit in allen drei damaligen olympischen Alpinwettbewerben eine Medaille. Keine Skirennläuferin hatte das zuvor bei denselben Winterspielen geschafft. Die internationalen Medien bezeichneten Innsbruck 1976 deshalb teilweise sogar als „The Rosi Games“. Olympics.com
Da die Olympiarennen damals gleichzeitig als Weltmeisterschaftswettbewerbe gewertet wurden, erhielt sie zusätzlich entsprechende WM-Medaillen. Außerdem wurde sie Weltmeisterin in der Kombination, die zu dieser Zeit jedoch nicht zum olympischen Programm gehörte.
Gesamtweltcup und überraschendes Karriereende
Die Saison 1975/76 war nicht nur wegen der Olympischen Spiele erfolgreich. Rosi Mittermaier gewann außerdem den alpinen Gesamtweltcup sowie die Weltcupwertungen im Slalom und in der Kombination.
In ihrer gesamten Laufbahn erzielte sie zehn Weltcupsiege. Darüber hinaus stand sie zahlreiche weitere Male auf dem Podest und gewann 14 deutsche Meistertitel.
Umso überraschender kam ihr Rücktritt. Wenige Monate nach ihren Olympiasiegen beendete Mittermaier im Mai 1976 ihre aktive Karriere. Sie war damals erst 25 Jahre alt und befand sich auf dem Höhepunkt ihres Erfolgs.
Die Sportlerin wollte jedoch nicht dauerhaft unter dem steigenden Erwartungsdruck leben. Stattdessen entschied sie sich bewusst für einen neuen Lebensabschnitt. Gerade dieser Rücktritt auf dem Höhepunkt trug später zur besonderen Wahrnehmung ihrer Karriere bei.
Rosi Mittermaier und ihr Ehemann Christian Neureuther
Rosi Mittermaier war mit Christian Neureuther verheiratet. Er gehörte in den 1970er-Jahren ebenfalls zu den besten deutschen Skirennfahrern und gewann sechs Weltcuprennen im Slalom.
Die beiden kannten sich bereits seit ihrer Jugend. Aus der Freundschaft entwickelte sich mit der Zeit eine Beziehung. Im Juni 1980 heirateten sie.
Rosi Mittermaier und Christian Neureuther galten über Jahrzehnte als eines der bekanntesten Sportlerpaare Deutschlands. Obwohl beide häufig im Fernsehen und bei öffentlichen Veranstaltungen auftraten, bemühten sie sich um ein vergleichsweise normales Familienleben in Garmisch-Partenkirchen.
Der Bayerische Rundfunk beschrieb das Paar als bodenständig und eng mit seiner Heimat sowie den Bergen verbunden. Nach dem Ende ihrer Sportkarrieren sei es beiden besonders wichtig gewesen, ihren Kindern ein normales Zuhause zu bieten. Bayerischer Rundfunk
Welche Kinder hatte Rosi Mittermaier?
Rosi Mittermaier und Christian Neureuther bekamen zwei Kinder:
- Ameli Neureuther, geboren 1981, arbeitet als Künstlerin und Modedesignerin.
- Felix Neureuther, geboren 1984, wurde ein erfolgreicher Skirennfahrer.
Ameli entschied sich gegen eine professionelle Karriere im Skisport. Nach ihrer gestalterischen Ausbildung arbeitete sie unter anderem in New York und Berlin in den Bereichen Mode, Kunst und Design.
Felix setzte dagegen die sportliche Tradition der Familie fort. Er gewann zahlreiche Weltcuprennen im Slalom und Riesenslalom sowie mehrere Medaillen bei Weltmeisterschaften. Nach seinem Karriereende blieb er als TV-Experte, Autor und Botschafter für Bewegung und Gesundheit öffentlich präsent.
Durch Felix und dessen Ehefrau, die frühere Biathletin Miriam Neureuther, wurde Rosi Mittermaier zudem mehrfach Großmutter.
Rosi Mittermaier: Todesursache und letzte Lebensmonate
Rosi Mittermaier starb am 4. Januar 2023 im Alter von 72 Jahren. Nach der ersten Mitteilung ihrer Familie war sie nach schwerer Krankheit im Kreis ihrer Angehörigen friedlich eingeschlafen. Deutsche Sporthilfe
Später wurde bekannt, dass sie an Krebs erkrankt war. Die Familie veröffentlichte jedoch keine näheren Angaben zur Art der Erkrankung. Deshalb sind Behauptungen über eine bestimmte Krebsart nicht bestätigt.
Ihr Sohn Felix Neureuther berichtete später, die Familie habe seine Mutter bis zuletzt begleitet. Rosi Mittermaier habe ihre Angehörigen auf den Abschied vorbereitet und ihnen dabei Hoffnung sowie Zuversicht vermittelt. Bayerischer Rundfunk
Ihr Tod löste weit über den Skisport hinaus große Anteilnahme aus. Frühere Weggefährten beschrieben sie als respektvoll, hilfsbereit und außergewöhnlich nahbar.
Was machte Rosi Mittermaier nach ihrer Skikarriere?
Nach ihrem Rücktritt blieb Rosi Mittermaier in der Öffentlichkeit präsent. Sie arbeitete als Sportbotschafterin, trat in Fernsehsendungen auf und war zeitweise als Kommentatorin bei Skirennen tätig.
Gemeinsam mit Christian Neureuther setzte sie sich besonders für Bewegung, Gesundheit und einen sicheren Wintersport ein. Beide veröffentlichten mehrere Bücher über Skifahren, Nordic Walking, Wandern und gesundheitliche Vorsorge.
Darüber hinaus engagierte sich Mittermaier für soziale Projekte. Sie unterstützte unter anderem die Deutsche Sporthilfe und setzte sich für Kinder sowie Menschen mit Behinderungen ein.
Dabei vermittelte sie Sport nicht als ständigen Kampf um Rekorde. Für sie standen vielmehr Freude an der Bewegung, Fairness und gegenseitiger Respekt im Mittelpunkt.
Auszeichnungen und Ehrungen
Rosi Mittermaier erhielt zahlreiche sportliche und gesellschaftliche Auszeichnungen. Zu den wichtigsten gehören:
- Sportlerin des Jahres 1976
- Goldene Sportpyramide der Deutschen Sporthilfe
- Aufnahme in die Hall of Fame des deutschen Sports
- Olympischer Orden
- Bayerischer Verdienstorden
- Ehrenbürgerwürde von Garmisch-Partenkirchen gemeinsam mit Christian Neureuther
Im Jahr 2006 gehörte sie zu den ersten Mitgliedern der neu gegründeten Hall of Fame des deutschen Sports. Dort wird nicht nur ihre Leistung bei Olympia hervorgehoben, sondern auch ihr gesellschaftliches Engagement. Hall of Fame des deutschen Sports
Auch verschiedene Orte erinnern an sie. Sowohl ein Straßentunnel in den Ötztaler Alpen als auch ein Tunnel der Bayerischen Zugspitzbahn wurden nach Rosi Mittermaier benannt.
Warum Rosi Mittermaier unvergessen bleibt
Rosi Mittermaier wurde durch ihre drei Olympiamedaillen zu einer nationalen Sportikone. Dennoch beruht ihre anhaltende Beliebtheit nicht ausschließlich auf ihren Siegen.
Sie wirkte auch nach dem Ende ihrer Karriere zugänglich und bescheiden. Bei öffentlichen Auftritten zeigte sie echtes Interesse an den Menschen, während Skandale oder inszenierte Schlagzeilen in ihrem Leben kaum eine Rolle spielten.
Freunde und Weggefährten verbanden mit ihr Werte wie Fairness, Hilfsbereitschaft, Teamgeist und Toleranz. Die frühere Vorsitzende des Sportausschusses Dagmar Freitag bezeichnete sie deshalb als Vorbild, das die zentralen Werte des Sports glaubwürdig verkörpert habe.
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Häufige Fragen zu Rosi Mittermaier
Rosi Mittermaier starb an den Folgen einer Krebserkrankung. Welche Krebsart sie hatte, wurde von ihrer Familie nicht öffentlich bekannt gegeben.
Rosi Mittermaier starb am 4. Januar 2023 in Garmisch-Partenkirchen. Sie wurde 72 Jahre alt.
Ihr Ehemann war der frühere Skirennfahrer Christian Neureuther. Das Paar heiratete 1980 und blieb bis zu ihrem Tod zusammen.
Rosi Mittermaier hatte zwei Kinder. Ihre Tochter Ameli Neureuther wurde Künstlerin und Modedesignerin. Ihr Sohn Felix Neureuther war ein erfolgreicher Skirennfahrer.
Den Beinamen erhielt sie nach den Olympischen Winterspielen 1976. Dort gewann sie Gold in der Abfahrt und im Slalom sowie Silber im Riesenslalom.
Rosi Mittermaiers gewann drei olympische Medaillen: zweimal Gold und einmal Silber. Alle drei Medaillen holte sie 1976 in Innsbruck.
Sie erklärte im Mai 1976 ihren Rücktritt. Zu diesem Zeitpunkt war sie 25 Jahre alt und hatte gerade den Gesamtweltcup sowie zwei olympische Goldmedaillen gewonnen.
Fazit
Rosi Mittermaier war weit mehr als die „Gold-Rosi“ der Olympischen Winterspiele 1976. Mit zwei Goldmedaillen, einer Silbermedaille und dem Gewinn des Gesamtweltcups erreichte sie innerhalb weniger Monate den Höhepunkt ihrer sportlichen Laufbahn.
Nach ihrem frühen Rücktritt blieb sie als Sportbotschafterin, Autorin und sozial engagierte Persönlichkeit aktiv. Gemeinsam mit ihrem Ehemann Christian Neureuther und den Kindern Ameli und Felix bildete sie eine der bekanntesten deutschen Sportfamilien.
Rosi Mittermaier starb am 4. Januar 2023 an den Folgen einer Krebserkrankung. Ihre sportlichen Leistungen, ihre Bodenständigkeit und ihre menschliche Wärme sorgen jedoch dafür, dass sie bis heute unvergessen bleibt.

