Aloe Vera gehört zu den bekanntesten Heil- und Kosmetikpflanzen der Welt. Ihr durchsichtiges Blattgel steckt heute in Cremes, After-Sun-Produkten, Gesichtsmasken, Shampoos und zahlreichen Nahrungsergänzungsmitteln. Besonders häufig wird Aloe Vera bei trockener oder gereizter Haut, nach einem Sonnenbrand und zur allgemeinen Hautpflege eingesetzt.
Allerdings werden der Pflanze im Internet inzwischen deutlich mehr Wirkungen zugeschrieben, als wissenschaftlich tatsächlich nachgewiesen sind. Aloe Vera soll angeblich entgiften, das Immunsystem stärken, beim Abnehmen helfen, Diabetes behandeln, Haare wachsen lassen und sogar schwere Krankheiten heilen. Für viele dieser Aussagen gibt es keine ausreichenden wissenschaftlichen Belege.
Deutlich besser untersucht ist die äußerliche Anwendung des Aloe-Vera-Gels. Besonders interessant sind Studien zur Wund- und Verbrennungsheilung. Gleichzeitig muss zwischen dem klaren Gel im Inneren des Blattes und dem gelblichen Aloe-Latex beziehungsweise Pflanzensaft direkt unter der Blattschale unterschieden werden. Letzterer enthält Anthrachinone wie Aloin und kann bei Einnahme erhebliche Nebenwirkungen verursachen.
Aloe Vera im Steckbrief
| Merkmal | Information |
| Botanischer Name | Aloe vera (L.) Burm.f. |
| Pflanzenfamilie | Asphodelaceae |
| Pflanzenart | Mehrjährige Sukkulente |
| Ursprüngliche Heimat | Nach heutiger botanischer Einordnung nördlicher Oman |
| Typisches Merkmal | Dicke, wasserspeichernde Blätter |
| Verwendeter Pflanzenteil | Vor allem das klare Blattgel |
| Traditionelle Verwendung | Hautpflege, Verbrennungen, Wunden |
| Häufige Produkte | Gel, Creme, Lotion, Shampoo, After-Sun, Saft |
| Wichtigster Unterschied | Inneres Gel ist nicht dasselbe wie Aloe-Latex |
| Problematischer Stoff | Aloin und andere Hydroxyanthracen-Derivate im gelblichen Blattsaft |
| Anwendung auf der Haut | Meist gut verträglich |
| Einnahme | Je nach Produkt deutlich kritischer zu beurteilen |
Die Royal Botanic Gardens, Kew führen Aloe vera als anerkannte Art und ordnen ihre ursprüngliche natürliche Verbreitung derzeit dem nördlichen Oman beziehungsweise den Hajar-Bergen zu. Inzwischen wird die Pflanze jedoch weltweit angebaut und ist in zahlreichen warmen Regionen verwildert.
Was ist Aloe Vera eigentlich?
Aloe Vera sieht auf den ersten Blick wie eine Kakteenart aus. Botanisch gehört sie jedoch nicht zu den Kakteen. Sie ist eine Sukkulente, also eine Pflanze, die große Mengen Wasser in ihren Blättern speichern kann.
Die dicken, fleischigen Blätter können bei ausgewachsenen Pflanzen etwa 50 Zentimeter lang werden. Im Inneren befindet sich ein fast durchsichtiges, gelartiges Gewebe. Genau dieses Aloe-Vera-Gel ist der Bestandteil, der hauptsächlich in Hautpflegeprodukten verwendet wird.
Zwischen diesem Gel und der grünen Außenhaut liegt allerdings eine gelbliche Schicht beziehungsweise ein bitterer Pflanzensaft. Dieser enthält unter anderem Anthrachinone wie Aloin. Deshalb sollten beim Umgang mit einem frisch abgeschnittenen Aloe-Blatt Gel und gelber Pflanzensaft nicht miteinander verwechselt werden.
Aloe Vera Wirkung: Was ist wirklich bewiesen?
Die Liste angeblicher Aloe-Vera-Wirkungen ist lang. Wissenschaftlich muss jedoch zwischen plausiblen beziehungsweise zumindest teilweise untersuchten Anwendungen und reinen Werbeversprechen unterschieden werden.
Das US-amerikanische National Center for Complementary and Integrative Health (NCCIH) kommt zu dem Ergebnis, dass die Datenlage je nach Einsatzgebiet sehr unterschiedlich ist. Für einige Hautanwendungen gibt es Hinweise auf einen Nutzen. Für zahlreiche andere beworbene Wirkungen reicht die vorhandene Forschung dagegen nicht aus.
Aloe Vera bei Verbrennungen
Besonders interessant ist die Forschung zu leichten bis mittelschweren Verbrennungen.
Eine 2024 veröffentlichte systematische Übersichtsarbeit und Meta-Analyse wertete neun randomisierte Studien aus. In den Studien mit auswertbaren Daten zur Heilungsdauer verkürzte Aloe Vera die durchschnittliche Heilungszeit gegenüber Vergleichsbehandlungen um rund 3,8 Tage. Bei Schmerzen und Infektionsrisiko zeigte sich dagegen kein eindeutiger Vorteil.
Auch eine Meta-Analyse aus dem Jahr 2022 kam bei Verbrennungen zweiten Grades zu einer kürzeren Heilungszeit unter Aloe-Vera-Anwendungen.
Das bedeutet allerdings nicht, dass schwere Verbrennungen zu Hause mit Aloe behandelt werden sollten. Großflächige Verbrennungen, tiefe Verletzungen sowie Verbrennungen bei Säuglingen oder kleinen Kindern gehören medizinisch beurteilt.
Aloe Vera für trockene und gereizte Haut
Aloe-Vera-Gel besteht überwiegend aus Wasser und vermittelt deshalb unmittelbar ein kühlendes und feuchtigkeitsspendendes Gefühl.
Gerade bei trockener, gespannter oder leicht gereizter Haut empfinden viele Menschen das Gel deshalb als angenehm. In Kosmetikprodukten wird es häufig mit zusätzlichen Feuchthaltemitteln und rückfettenden Inhaltsstoffen kombiniert.
Aloe Vera sollte trotzdem nicht als Ersatz für eine vollständige Hautpflege betrachtet werden. Bei sehr trockener Haut reicht ein reines Gel oftmals nicht aus, weil die Haut zusätzlich Fett beziehungsweise okklusive Bestandteile benötigt, die den Wasserverlust reduzieren.
Aloe Vera bei Sonnenbrand
Eine der bekanntesten Anwendungen ist Aloe Vera bei Sonnenbrand.
Das Gel fühlt sich durch seinen hohen Wassergehalt kühl an und kann leicht gerötete Haut angenehm beruhigen. Aufgrund der vorhandenen Forschung zu oberflächlichen Verbrennungen erscheint diese Anwendung grundsätzlich plausibel.
Allerdings gilt auch hier: Aloe Vera macht einen Sonnenbrand nicht harmlos. Besonders starke Schmerzen, große Blasen, Kreislaufprobleme, Fieber oder großflächige Verbrennungen sollten ärztlich beurteilt werden.
Noch wichtiger ist konsequenter Sonnenschutz, denn Aloe Vera kann UV-bedingte Hautschäden im Nachhinein nicht ungeschehen machen.
Aloe Vera im Gesicht
Aloe Vera im Gesicht gehört zu den beliebtesten Beauty-Anwendungen.
Reines beziehungsweise möglichst reizarm formuliertes Aloe-Vera-Gel lässt sich dünn auftragen und kann besonders bei normaler, fettiger oder leicht gereizter Haut angenehm sein.
Typische Anwendungen sind:
- als leichtes Feuchtigkeitsgel,
- nach dem Sonnenbaden,
- nach der Rasur,
- bei vorübergehend gespannter Haut,
- unter einer normalen Gesichtscreme.
Menschen mit empfindlicher Haut sollten zunächst eine kleine Hautstelle testen. Denn obwohl Aloe-Vera-Gel äußerlich im Allgemeinen gut verträglich ist, sind laut NCCIH gelegentlich Brennen, Juckreiz, Ausschläge oder ekzemartige Reaktionen beschrieben worden.
Hilft Aloe Vera gegen Pickel und Akne?
Auch bei Akne wird Aloe Vera häufig empfohlen.
Tatsächlich gibt es kleine Untersuchungen, nach denen Aloe-Vera-Gel in Kombination mit anderen Aknebehandlungen einen zusätzlichen Nutzen haben könnte. Die vorhandene Evidenz reicht jedoch nicht aus, um Aloe Vera als alleinige Aknebehandlung zu empfehlen.
Bei leichter unreiner Haut kann ein reizarmes Aloe-Gel durchaus Bestandteil der Pflege sein. Bei entzündlicher oder ausgeprägter Akne sind jedoch besser untersuchte Wirkstoffe wie beispielsweise Benzoylperoxid, bestimmte Retinoide oder andere dermatologische Behandlungen deutlich relevanter.
Aloe Vera für die Haare
Auch Aloe Vera für Haare und Kopfhaut wird häufig beworben.
Das Gel lässt sich beispielsweise:
- auf trockene Kopfhaut auftragen,
- als Bestandteil einer Haarmaske verwenden,
- in feuchtigkeitsspendenden Shampoos einsetzen,
- auf trockene Haarlängen geben.
Der kosmetische Effekt beruht dabei hauptsächlich auf Feuchtigkeit und der Gelstruktur.
Behauptungen, Aloe Vera könne nachweislich den Haarwuchs stark beschleunigen oder erblich bedingten Haarausfall stoppen, sind dagegen nicht ausreichend belegt.
Wer plötzlich starken Haarausfall entwickelt, sollte deshalb nicht ausschließlich auf Aloe-Produkte setzen, sondern die Ursache medizinisch abklären lassen.
Aloe-Vera-Gel aus der Pflanze verwenden
Wer eine eigene Aloe-Vera-Pflanze besitzt, kann das transparente Gel grundsätzlich aus einem Blatt gewinnen. Dabei ist allerdings Sorgfalt wichtig.
Aloe-Vera-Gel richtig entnehmen
Ein kräftiges äußeres Blatt wird möglichst nah an der Pflanzenbasis abgeschnitten. Anschließend sollte es zunächst aufrecht stehen, damit der gelbliche Pflanzensaft ablaufen kann.
Danach:
- Blatt gründlich abspülen.
- Spitze und stachelige Seiten entfernen.
- Grüne Blattschale vorsichtig abschneiden.
- Nur das transparente innere Gel entnehmen.
- Gel erneut abspülen.
- Zunächst an einer kleinen Hautstelle ausprobieren.
Der wichtigste Punkt ist die klare Trennung vom gelben Latex.
Dieser gelbliche Saft sollte insbesondere nicht als vermeintlich gesunder Bestandteil eines selbst gemachten Aloe-Getränks verwendet werden.
Warum Aloin in Aloe Vera problematisch sein kann
Der Begriff Aloin ist für die gesundheitliche Bewertung von Aloe Vera besonders wichtig.
Aloin gehört zu den Hydroxyanthracen-Derivaten und befindet sich hauptsächlich im bitteren Latex der Pflanze. Diese Stoffe wirken stark abführend.
Genau deshalb wurde Aloe-Latex früher als pflanzliches Abführmittel verwendet.
Die Wirkung kann jedoch mit Bauchschmerzen, Krämpfen und Durchfall einhergehen. Bei längerer beziehungsweise übermäßiger Anwendung drohen außerdem Flüssigkeits- und Elektrolytverluste.
Die US-amerikanische FDA ließ Aloe-Latex bereits 2002 aus frei verkäuflichen Abführmitteln entfernen, weil ausreichende Sicherheitsdaten fehlten.
Aloe-Vera-Saft trinken: Ist das gesund?
Aloe-Vera-Saft wird häufig als Wellness- oder Detoxprodukt verkauft. Dabei muss genau auf die Herstellung geachtet werden.
Kommerzielle Produkte können aus unterschiedlich aufbereiteten Pflanzenteilen bestehen. Deshalb ist ein gereinigtes Produkt mit niedrigem Anthrachinon- beziehungsweise Aloingehalt nicht mit ungefiltertem Aloe-Latex oder einem selbst hergestellten Getränk aus dem kompletten Blatt gleichzusetzen.
Das NCCIH weist darauf hin, dass kurzfristig eingenommenes Aloe-Gel in Studien bis zu 42 Tage vergleichsweise gut vertragen wurde. Für viele behauptete gesundheitliche Vorteile einer oralen Einnahme fehlen jedoch weiterhin ausreichende Daten.
Besonders fragwürdig sind Werbeaussagen wie:
- „entgiftet den Körper“,
- „reinigt den Darm“,
- „verbrennt Bauchfett“,
- „heilt Diabetes“,
- „stärkt garantiert das Immunsystem“.
Für solche pauschalen Versprechen gibt es keine solide Grundlage.
Aloe Vera und Diabetes
Einige Untersuchungen deuten darauf hin, dass oral verwendete Aloe-Produkte bei Menschen mit Typ-2-Diabetes Blutzuckerwerte beziehungsweise HbA1c beeinflussen könnten. Das NCCIH bewertet die Daten jedoch nicht als ausreichende Grundlage, um Aloe Vera als reguläre Diabetesbehandlung zu verwenden.
Gerade Menschen, die bereits blutzuckersenkende Medikamente nehmen, sollten Aloe-Produkte deshalb nicht ohne Rücksprache als zusätzliche Therapie einsetzen.
Aloe Vera ersetzt weder Insulin noch andere ärztlich verordnete Diabetesmedikamente.
Kann Aloe Vera beim Abnehmen helfen?
Auch Aloe Vera zum Abnehmen ist ein häufiges Marketingthema.
Eine kleine Untersuchung mit einem bestimmten Aloe-Gel-Präparat zeigte bei übergewichtigen beziehungsweise adipösen Menschen mit Diabetes oder Prädiabetes zwar eine moderate Veränderung von Körpergewicht und Fettmasse. Daraus lässt sich jedoch keine allgemeine Empfehlung für Aloe-Vera-Saft als Abnehmprodukt ableiten.
Vor allem der durch Aloe-Latex ausgelöste Durchfall ist kein gesunder Gewichtsverlust.
Dabei verliert der Körper hauptsächlich Flüssigkeit und Elektrolyte, nicht gezielt Körperfett.
Aloe Vera Nebenwirkungen
Äußerliche Anwendung
Aloe-Vera-Gel auf der Haut wird meist gut vertragen.
Mögliche Reaktionen sind:
- Brennen,
- Juckreiz,
- Hautrötung,
- Ausschlag,
- Kontaktdermatitis beziehungsweise Ekzem.
Bei erstmaliger Anwendung empfiehlt sich deshalb ein Test an einer kleinen Hautstelle.
Einnahme
Problematischer ist die orale Einnahme bestimmter Aloe-Bestandteile.
Aloe-Latex kann unter anderem:
- Durchfall,
- Bauchkrämpfe,
- Elektrolytverluste,
- Flüssigkeitsmangel
verursachen.
Das NCCIH berichtet außerdem über Fälle akuter Hepatitis im Zusammenhang mit oral eingenommenen Aloe-Blattextrakten.
Ist Aloe Vera krebserregend?
Bei dieser Frage ist eine genaue Unterscheidung besonders wichtig.
Die International Agency for Research on Cancer hat nicht entfärbten Aloe-Vera-Ganzblattextrakt als möglicherweise krebserregend für Menschen eingestuft. Dabei handelt es sich nicht um dasselbe Produkt wie das transparente Gel, das üblicherweise äußerlich auf die Haut aufgetragen wird.
In Tierstudien wurden bei bestimmten nicht gereinigten Ganzblattextrakten Veränderungen beziehungsweise Tumoren im Verdauungstrakt beobachtet.
Daraus folgt jedoch nicht, dass normale Aloe-Vera-Hautcreme Krebs verursacht.
Entscheidend sind Pflanzenteil, Verarbeitung und Anwendungsform.
Aloe Vera in Schwangerschaft und Stillzeit
Bei äußerlich angewandten Kosmetikprodukten ist die Situation grundsätzlich eine andere als bei oral eingenommenen Aloe-Produkten.
Von der Einnahme von Aloe-Latex beziehungsweise entsprechenden Aloe-Arzneimitteln wird in Schwangerschaft und Stillzeit dagegen abgeraten.
Auch die EMA nennt Schwangerschaft und Stillzeit als Gegenanzeigen für entsprechende Aloe-Zubereitungen mit abführender Wirkung.
Wer während Schwangerschaft oder Stillzeit Aloe-Produkte einnehmen möchte, sollte dies deshalb vorher medizinisch abklären.
Wechselwirkungen mit Medikamenten
Besonders die abführend wirkenden Bestandteile können medizinisch relevante Wechselwirkungen verursachen.
Starker Durchfall kann beispielsweise den Elektrolythaushalt verändern. Das NCCIH weist zudem darauf hin, dass ein übermäßiger Gebrauch von Aloe-Latex das Risiko unerwünschter Wirkungen bestimmter Herzmedikamente wie Digoxin erhöhen kann.
Wer regelmäßig Medikamente einnimmt, sollte hoch konzentrierte Aloe-Präparate zur innerlichen Anwendung daher nicht als völlig harmloses Naturprodukt betrachten.
Aloe-Vera-Pflanze richtig pflegen
Als Zimmerpflanze ist Aloe Vera vergleichsweise unkompliziert. Weil sie Wasser in ihren Blättern speichert, verträgt sie Trockenheit deutlich besser als dauerhafte Nässe.
Standort
Aloe Vera bevorzugt einen:
- hellen,
- warmen,
- möglichst sonnigen
Standort.
An intensive direkte Sonne sollte eine zuvor dunkel stehende Pflanze allerdings langsam gewöhnt werden.
Aloe Vera gießen
Einer der häufigsten Pflegefehler ist zu viel Wasser.
Die Erde darf zwischen den Wassergaben gut austrocknen. Staunässe sollte unbedingt vermieden werden, da sonst die Wurzeln faulen können.
Kew empfiehlt ein sehr gut drainierendes, eher mineralisches Substrat und das Austrocknen zwischen den Wassergaben.
Welche Erde braucht Aloe Vera?
Geeignet sind beispielsweise:
- Kakteen- und Sukkulentenerde,
- lockere Blumenerde mit mineralischen Bestandteilen,
- Substrate mit Sand, Perlit oder Bims.
Wichtig ist vor allem, dass überschüssiges Wasser schnell ablaufen kann.
Aloe Vera vermehren
Viele ältere Aloe-Pflanzen bilden seitliche Ableger.
Diese sogenannten Kindel können vorsichtig von der Mutterpflanze getrennt und in einen eigenen Topf gesetzt werden. Damit lässt sich Aloe Vera vergleichsweise einfach vermehren.
Aloe Vera kaufen: Worauf achten?
Nicht jedes Produkt mit einer grünen Aloe-Pflanze auf der Verpackung enthält automatisch große Mengen Aloe-Gel.
Bei Kosmetikprodukten lohnt deshalb ein Blick auf die Inhaltsstoffliste.
Je weiter vorne Aloe beziehungsweise Aloe Barbadensis Leaf Juice aufgeführt wird, desto höher ist normalerweise der Anteil innerhalb der Rezeptur. Gleichzeitig können Parfüm, Alkohol oder andere Inhaltsstoffe empfindliche Haut reizen.
Bei Produkten zur innerlichen Anwendung ist besonders wichtig, dass sie für diesen Zweck hergestellt und entsprechend gereinigt wurden.
Selbst gemachte Getränke aus einem kompletten Aloe-Blatt sind keine gute Alternative zu professionell verarbeiteten Produkten.
Aloe Vera: Mythos und Wahrheit
| Behauptung | Bewertung |
| Aloe Vera spendet der Haut Feuchtigkeit | Plausibel und kosmetisch sinnvoll |
| Aloe Vera kann bei Verbrennungen helfen | Wissenschaftliche Hinweise vorhanden |
| Aloe Vera heilt Sonnenbrand sofort | Übertrieben |
| Aloe Vera beseitigt Akne | Nicht ausreichend belegt |
| Aloe Vera lässt Haare schneller wachsen | Nicht zuverlässig belegt |
| Aloe-Vera-Saft entgiftet den Körper | Kein wissenschaftlich definierter Detox-Effekt |
| Aloe Vera heilt Diabetes | Nein |
| Aloe Vera lässt Körperfett schmelzen | Nein |
| Das gelbe Aloe-Latex wirkt abführend | Ja |
| Frische Aloe ist automatisch ungefährlich | Nein |
| Aloe-Vera-Gel und Aloe-Latex sind dasselbe | Nein |
Fazit: Wie gesund ist Aloe Vera wirklich?
Aloe Vera ist weder ein wirkungsloses Modeprodukt noch das universelle Heilmittel, als das sie häufig vermarktet wird.
Besonders das klare Aloe-Vera-Gel kann eine sinnvolle Ergänzung bei der Hautpflege sein. Es wirkt kühlend, spendet Feuchtigkeit und wird meist gut vertragen. Zudem gibt es wissenschaftliche Hinweise darauf, dass Aloe-Vera-Anwendungen bei bestimmten oberflächlichen beziehungsweise zweitgradigen Verbrennungen die Heilungsdauer verkürzen können.
Deutlich kritischer muss die innerliche Anwendung betrachtet werden. Vor allem das gelbliche Latex unterhalb der Blattschale enthält abführend wirkende Stoffe wie Aloin und kann Krämpfe, Durchfall und Elektrolytstörungen verursachen.
Deshalb ist die wichtigste Regel beim Thema Aloe Vera ausgesprochen einfach: Das transparente Innengel und das gelbe Aloe-Latex sind zwei völlig unterschiedliche Pflanzenteile mit unterschiedlichen Wirkungen und Risiken.
Für die Haut kann Aloe Vera durchaus nützlich sein. Als Detoxmittel, Wunderwaffe gegen Krankheiten oder Ersatz für medizinische Behandlungen sollte die Pflanze dagegen nicht betrachtet werden.
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Häufig gestellte Frage zu Aloe Vera
Aloe Vera wird hauptsächlich zur Hautpflege verwendet. Das transparente Gel kann Feuchtigkeit spenden und sich bei trockener, gereizter oder sonnengestresster Haut angenehm kühlend anfühlen. Studien liefern außerdem Hinweise auf einen möglichen Nutzen bei bestimmten Verbrennungen.
Das transparente innere Gel einer Aloe-Vera-Pflanze lässt sich grundsätzlich äußerlich anwenden. Allerdings sollte der gelbliche Pflanzensaft beziehungsweise Latex vorher vollständig entfernt werden. Bei empfindlicher Haut empfiehlt sich zunächst ein Test an einer kleinen Stelle.
Ja, Aloe-Vera-Gel kann als leichtes Feuchtigkeitsprodukt im Gesicht verwendet werden. Gerade bei empfindlicher Haut sollten jedoch parfüm- und alkoholreiche Produkte vermieden werden.
Aloe-Vera-Gel kann bei einem leichten Sonnenbrand kühlend und beruhigend wirken. Bei starken Verbrennungen, ausgeprägter Blasenbildung oder Kreislaufproblemen ist medizinische Hilfe notwendig.
Studien zeigen Hinweise darauf, dass Aloe Vera bei bestimmten Verbrennungen die Heilungszeit verkürzen kann. Daraus lässt sich jedoch nicht ableiten, dass jede offene oder schwere Wunde mit Aloe behandelt werden sollte.
Bestimmte professionell verarbeitete Aloe-Produkte sind zur Einnahme bestimmt. Vom ungeprüften Verzehr eines kompletten frischen Aloe-Blattes ist dagegen abzuraten, weil dabei auch aloinhaltiger Latex aufgenommen werden kann.
Das hängt stark vom Produkt ab. Für viele beworbene Wirkungen von Aloe-Vera-Saft gibt es keine ausreichenden wissenschaftlichen Belege. Produkte mit relevanten Mengen Aloe-Latex können zudem Nebenwirkungen verursachen.
Aloin ist ein Anthrachinon beziehungsweise Hydroxyanthracen-Derivat, das vor allem im gelblichen Latex der Aloe vorkommt. Es wirkt stark abführend und kann unter anderem Bauchkrämpfe und Durchfall verursachen.
Für einen zuverlässigen Abnehmeffekt gibt es keine ausreichenden Belege. Gewichtsverlust durch die abführende Wirkung von Aloe-Latex beruht hauptsächlich auf Flüssigkeitsverlust und ist keine sinnvolle Methode zum Fettabbau.
Das transparente Gel und das gelbliche Latex müssen getrennt betrachtet werden. Äußerlich verwendetes Aloe-Gel ist meist gut verträglich. Das Latex enthält dagegen pharmakologisch wirksame Stoffe und kann insbesondere bei Einnahme problematisch sein.
Aloe Vera sollte eher sparsam gegossen werden. Das Substrat sollte zwischen den Wassergaben austrocknen. Dauerhafte Staunässe ist einer der häufigsten Gründe dafür, dass eine Aloe-Pflanze eingeht.
Die Pflanze bevorzugt einen hellen, warmen Standort und verträgt viel Sonne. Nach längerer Zeit an einem dunkleren Platz sollte sie jedoch schrittweise an starke direkte Sonneneinstrahlung gewöhnt werden.

