Marius Borg Høiby gehört 2026 zu den meistdiskutierten Persönlichkeiten Norwegens. Der älteste Sohn von Kronprinzessin Mette-Marit wurde am 15. Juni 2026 vom Bezirksgericht Oslo zu vier Jahren Gefängnis verurteilt. Das Gericht sprach ihn in 34 von insgesamt 40 Anklagepunkten schuldig. Dazu gehören zwei Vergewaltigungen nach norwegischem Recht, Misshandlung in einer engen Beziehung sowie weitere Gewalt-, Drogen-, Kontaktverbots- und Verkehrsdelikte. Von zwei weiteren Vergewaltigungsvorwürfen sprach ihn das Gericht frei.
Der Fall ist allerdings noch nicht endgültig abgeschlossen. Høiby hat gegen die Verurteilungen wegen der beiden Vergewaltigungen und wegen Misshandlung in einer engen Beziehung Berufung eingelegt. Die Staatsanwaltschaft akzeptiert die beiden Freisprüche, möchte im Rahmen einer Gegenberufung jedoch die Höhe der Strafe erneut prüfen lassen. Das Urteil ist deshalb nicht rechtskräftig.
Auch sein aktueller Aufenthaltsort sorgt für viele Fragen. Marius Borg Høiby befindet sich weiterhin in Untersuchungshaft, allerdings seit Juli 2026 nicht mehr in einer normalen Gefängniszelle. Er darf seine Untersuchungshaft unter strengen Auflagen und mit elektronischer Fußfessel auf Skaugum verbringen. Am 10. August verlängerte das Gericht diese Regelung bis zum 7. September 2026.
Dabei wird häufig vergessen, dass Høiby trotz seiner engen Verbindung zur norwegischen Königsfamilie kein Prinz ist. Er besitzt keinen Adelstitel, gehört nicht zum offiziellen norwegischen Königshaus und steht auch nicht in der Thronfolge. Kronprinz Haakon bezeichnet ihn dennoch als wichtigen Teil seiner Familie.
Marius Borg Høiby im Steckbrief
| Merkmal | Information |
| Vollständiger Name | Marius Borg Høiby |
| Geburtsdatum | 13. Januar 1997 |
| Alter 2026 | 29 Jahre |
| Geburtsland | Norwegen |
| Mutter | Kronprinzessin Mette-Marit |
| Vater | Morten Borg |
| Stiefvater | Kronprinz Haakon |
| Halbgeschwister | Prinzessin Ingrid Alexandra, Prinz Sverre Magnus |
| Königlicher Titel | Keiner |
| Mitglied des Königshauses | Nein |
| In der Thronfolge | Nein |
| Ausbildung | unter anderem Wang Toppidrett; begonnenes Wirtschaftsstudium in Kalifornien |
| Frühere Berufe | Mode-/Lifestyle-Redakteur, Motorradmechaniker |
| Bekannte Ex-Partnerinnen | Juliane Snekkestad, Nora Haukland |
| Erstmalige Festnahme im aktuellen Fall | August 2024 |
| Anklage 2025 | zunächst 32 Punkte |
| Prozessbeginn | 3. Februar 2026 |
| Am Ende geprüfte Anklagepunkte | 40 |
| Urteil | vier Jahre Gefängnis |
| Schuldsprüche | 34 von 40 Punkten |
| Freisprüche bei Vergewaltigungsvorwürfen | zwei von vier |
| Berufung | eingelegt |
| Urteil rechtskräftig? | Nein |
| Aktueller Status | Untersuchungshaft mit elektronischer Kontrolle auf Skaugum |
| Stand | 18. August 2026 |
Die biografischen Angaben zu Familie, Ausbildung und früherer Tätigkeit werden unter anderem vom Store norske leksikon und vom norwegischen Königshof dokumentiert.
Wer ist Marius Borg Høiby?
Marius Borg Høiby wurde am 13. Januar 1997 geboren. Er ist das erste Kind von Mette-Marit und stammt aus einer Beziehung vor ihrer Ehe mit Kronprinz Haakon. Sein leiblicher Vater ist Morten Borg.
Mette-Marit lernte Kronprinz Haakon Ende der 1990er-Jahre kennen. Ihre Verlobung wurde im Dezember 2000 bekannt gegeben. Am 25. August 2001 heirateten die beiden im Osloer Dom.
Marius war damals vier Jahre alt und nahm als Page an der Hochzeit teil. Damit wuchs er anschließend im unmittelbaren Umfeld der norwegischen Königsfamilie auf.
Im Dezember 2003 zog die Familie nach Skaugum in Asker, dem Wohnsitz des Kronprinzenpaares. Dort verbrachte Marius einen großen Teil seiner Kindheit und Jugend.
Wer sind die Eltern von Marius Borg Høiby?
Mette-Marit ist seine Mutter
Die Mutter von Marius Borg Høiby ist Kronprinzessin Mette-Marit von Norwegen. Sie wurde 1973 in Kristiansand geboren und heiratete 2001 Kronprinz Haakon. Durch diese Ehe wurde sie Kronprinzessin.
Marius wurde jedoch vier Jahre vor dieser Hochzeit geboren.
Morten Borg ist sein leiblicher Vater
Der biologische Vater von Marius heißt Morten Borg. Er besitzt keine Funktion innerhalb der norwegischen Königsfamilie und lebt deutlich weniger öffentlich als Mette-Marit.
Kronprinz Haakon ist sein Stiefvater
Seit der Hochzeit im Jahr 2001 ist Kronprinz Haakon Marius‘ Stiefvater.
Haakon machte Anfang 2026 deutlich, dass Marius zwar kein Mitglied des Königshauses sei, für die Familie aber eine wichtige Rolle spiele. Gleichzeitig betonte er, dass für seinen Stiefsohn dieselben Rechte und Pflichten gelten wie für jeden anderen norwegischen Staatsbürger.
Welche Geschwister hat Marius Borg Høiby?
Marius hat zwei jüngere Halbgeschwister aus der Ehe seiner Mutter mit Kronprinz Haakon.
Prinzessin Ingrid Alexandra wurde am 21. Januar 2004 geboren. Sie steht hinter ihrem Vater Haakon an zweiter Stelle der norwegischen Thronfolge.
Prinz Sverre Magnus wurde am 3. Dezember 2005 geboren.
Der norwegische Königshof spricht deshalb von drei Kindern in der Familie des Kronprinzenpaares: Marius Borg Høiby, Ingrid Alexandra und Sverre Magnus. Der staatsrechtliche Status der drei ist allerdings unterschiedlich.
Ist Marius Borg Høiby ein Prinz?
Nein. Marius Borg Høiby ist kein Prinz.
Diese Frage gehört zu den häufigsten Missverständnissen rund um seinen Namen. Seine Mutter ist zwar Kronprinzessin und sein Stiefvater der zukünftige norwegische König, daraus ergibt sich für Marius jedoch kein königlicher Titel.
Er:
- besitzt keinen Prinzentitel,
- gehört nicht zum offiziellen Königshaus,
- steht nicht in der Thronfolge,
- führt keine offiziellen königlichen Aufgaben aus,
- und erhält seine Bekanntheit aufgrund seiner familiären Verbindung zur Kronprinzenfamilie.
Das norwegische Königshaus bestätigte diese Trennung vor dem Strafprozess 2026 ausdrücklich.
Warum wurde er früher „Lille Marius“ genannt?
Marius Borg Høiby stand bereits als Kleinkind im öffentlichen Interesse.
Noch vor der Hochzeit seiner Mutter mit Haakon nahm er im Jahr 2000 an einer offiziellen Weihnachts-Fotoreihe der Königsfamilie auf Kongsseteren teil. In Teilen der norwegischen Presse bekam er daraufhin den Spitznamen „Lille Marius“, also „kleiner Marius“.
In den folgenden Jahren tauchte er regelmäßig bei Familienveranstaltungen, Sportereignissen und anderen öffentlichen Terminen auf. Gleichzeitig hatte er nie eine offizielle Aufgabe.
Diese ungewöhnliche Position – öffentlich bekannt, aber kein Royal – begleitet ihn bis heute.
Schule und Jugend von Marius Borg Høiby
Nach dem Umzug nach Skaugum besuchte Marius unter anderem die Jansløkka barneskole in der Nähe des Anwesens.
Als Jugendlicher interessierte er sich besonders für Skateboarding sowie Freestyle- beziehungsweise Twintip-Skifahren. Später wechselte er deshalb auf die Sportoberschule Wang Toppidrett in Oslo.
2016 hatte er außerdem einen kleinen Auftritt als Statist in der erfolgreichen norwegischen Jugendserie „Skam“.
Was hat Marius Borg Høiby studiert?
2017 ging Høiby in die USA und begann in Kalifornien ein Studium im Bereich Wirtschaft und Verwaltung.
Das Studium dauerte allerdings nicht lange. Noch im selben Jahr brach er es ab und kehrte nach Europa zurück.
Anschließend orientierte er sich stärker in Richtung Mode und Medien.
Was arbeitet Marius Borg Høiby?
Marius Borg Høiby hat keinen klassischen königlichen Beruf und bekleidet keine Position am Hof.
Nach seinem Studienabbruch arbeitete er zeitweise im Modebereich. 2017 absolvierte er Medienberichten zufolge ein Praktikum im Umfeld des Designers Philipp Plein.
2018 arbeitete Høiby außerdem für das britische Luxus- und Lifestyle-Magazin Tempus. Dort erhielt er eine redaktionelle Position.
Später wechselte er beruflich die Richtung. Im Jahr 2020 berichtete VG, dass Høiby als Motorradmechaniker bei MREXX in Lier bei Drammen arbeitete.
Welchen regulären Beruf er im August 2026 ausübt, ist nicht zuverlässig öffentlich dokumentiert. Aufgrund des laufenden Strafverfahrens und seiner Untersuchungshaft steht derzeit ohnehin vor allem seine juristische Situation im Mittelpunkt.
Warum verschwand Marius Borg Høiby von der Website des Königshauses?
Als Marius 2017 seinen 20. Geburtstag feierte, veröffentlichte Mette-Marit einen offenen Brief über ihren Sohn.
Darin kritisierte sie unter anderem die intensive Medienbeobachtung, der Marius bereits als Kind ausgesetzt gewesen sei. Gleichzeitig sollte deutlicher werden, dass er als Erwachsener ein privates Leben außerhalb offizieller königlicher Pflichten führen wollte.
Sein persönliches Profil wurde anschließend von der Website des Königshauses entfernt.
Dennoch blieb das öffentliche Interesse groß. 2018 erschien beispielsweise ein Porträt über ihn in der internationalen Ausgabe von Vogue.
Hat Marius Borg Høiby eine Freundin?
Eine aktuelle Freundin von Marius Borg Høiby ist im August 2026 nicht verlässlich öffentlich bestätigt.
Über frühere Beziehungen ist dagegen einiges bekannt.
Juliane Snekkestad
Von 2018 bis 2022 war Høiby mit dem norwegischen Model und der Schauspielerin Juliane Snekkestad zusammen.
Die beiden lebten zeitweise gemeinsam in Tønsberg. Im März 2022 wurde ihre Trennung öffentlich.
Nora Haukland
Anschließend war Høiby mit der Influencerin Nora Haukland liiert. Ihre Beziehung dauerte ungefähr von Frühjahr 2022 bis Sommer 2023.
Haukland wurde später eine zentrale Person im Strafverfahren gegen Høiby. Das Bezirksgericht Oslo kam 2026 zu dem Ergebnis, dass er sie während der Beziehung misshandelt hatte. Høiby bestreitet diesen Schuldspruch und hat dagegen Berufung eingelegt.
Hat Marius Borg Høiby Kinder?
Öffentlich sind keine Kinder von Marius Borg Høiby bekannt.
Auch eine Ehe ist nicht bekannt. Seine öffentlich dokumentierten Beziehungen waren Partnerschaften ohne Hochzeit.
Frühere Probleme mit Drogen
Das Thema Drogen spielte nicht erst im Strafverfahren ab 2024 eine Rolle.
Dagbladet berichtete 2024 unter Berufung auf ein eingesehenes Polizeidokument, dass Høiby bereits 2017 beim Palmesus-Festival wegen Kokainkonsums ein Bußgeld von 4.000 norwegischen Kronen erhielt.
Im August 2024 sprach Høiby später selbst öffentlich über länger bestehende Probleme mit Drogen.
Was geschah am 4. August 2024?
Der Ausgangspunkt des aktuellen Strafverfahrens war ein Vorfall Anfang August 2024 in einer Wohnung im Osloer Stadtteil Frogner.
Nach dem Vorfall wurde Høiby festgenommen und zunächst wegen Körperverletzung beziehungsweise eines Gewaltdelikts und Sachbeschädigung beschuldigt.
Am 14. August 2024 äußerte er sich erstmals ausführlich.
Dabei räumte er ein, nach einem Streit unter dem Einfluss von Alkohol und Kokain körperliche Gewalt ausgeübt und Gegenstände beschädigt zu haben. Er entschuldigte sich bei der betroffenen Frau und bei seiner Familie. Außerdem erklärte er, dass er schon länger Probleme mit Drogenkonsum habe und erneut eine Behandlung beginnen wolle.
Wichtig ist jedoch: Dieses Eingeständnis bezog sich auf konkrete Vorgänge im August 2024 und bedeutete kein Geständnis hinsichtlich der später erhobenen schwerwiegenderen Vorwürfe.
Wie entwickelten sich die Ermittlungen?
Nach der ersten Festnahme weitete die norwegische Polizei ihre Ermittlungen erheblich aus.
Weitere Frauen wurden befragt, digitale Geräte ausgewertet und zusätzliche Tatvorwürfe untersucht.
Im September 2024 wurde Høiby erneut festgenommen. Später folgten weitere Ermittlungen unter anderem zu Gewalt, Verstößen gegen Kontaktverbote und Sexualdelikten.
Die Untersuchungen dauerten ungefähr ein Jahr.
Anklage gegen Marius Borg Høiby im August 2025
Am 18. August 2025 stellte die norwegische Staatsanwaltschaft schließlich ihre umfangreiche Anklage vor.
Zu diesem Zeitpunkt umfasste sie 32 Anklagepunkte. Darunter befanden sich vier Vergewaltigungsvorwürfe, Misshandlung in einer engen Beziehung, weitere Gewaltvorwürfe, Bedrohungen sowie Verkehrsdelikte.
Die Verteidigung erklärte damals, Høiby bestreite sämtliche Sexualdelikte und einen Großteil der Gewaltvorwürfe. Gleichzeitig kündigte sie an, dass er bei mehreren weniger schweren Delikten Verantwortung übernehmen werde.
Warum waren es später 40 Anklagepunkte?
Die Zahl der Vorwürfe änderte sich während der Vorbereitung und sogar noch während des Prozesses.
Bei der ursprünglichen Anklage im August 2025 waren es 32 Punkte.
Als der Prozess am 3. Februar 2026 begann, musste sich Høiby zunächst zu 38 Anklagepunkten erklären. Dazu gehörten vier Vergewaltigungsvorwürfe, Misshandlung in einer Beziehung, Gewalt, Bedrohungen, Drogendelikte, Verstöße gegen ein Kontaktverbot und Verkehrsdelikte.
Während des Prozesses kamen weitere Sachverhalte hinzu beziehungsweise wurden Anklagepunkte angepasst. Am Ende hatte das Gericht 40 Punkte zu beurteilen.
Festnahme kurz vor dem Prozess 2026
Kurz vor Prozessbeginn wurde Høiby erneut festgenommen.
Seit dem 2. Februar 2026 befand er sich anschließend in Untersuchungshaft. Die Behörden begründeten die Haft insbesondere mit einer angenommenen Wiederholungsgefahr.
Der Prozess begann einen Tag später, am 3. Februar 2026, vor dem Oslo tingrett.
Der Prozess gegen Marius Borg Høiby
Das Verfahren dauerte rund sieben Wochen und gehörte zu den am stärksten beobachteten norwegischen Strafprozessen des Jahres.
Am ersten Prozesstag bestritt Høiby die vier Vergewaltigungsvorwürfe sowie den Vorwurf der Misshandlung in einer engen Beziehung.
Bei verschiedenen anderen Anklagepunkten räumte er dagegen eine vollständige oder teilweise Schuld ein. Reuters berichtete beispielsweise über Eingeständnisse bei Verkehrsdelikten und weiteren weniger schweren Vorwürfen.
Kronprinz Haakon und Kronprinzessin Mette-Marit nahmen nicht an den Verhandlungen teil. Das Königshaus kündigte außerdem an, den Prozess während seines Verlaufs nicht zu kommentieren.
Welche Strafe forderte die Staatsanwaltschaft?
Am Ende des Prozesses forderte die Staatsanwaltschaft eine Freiheitsstrafe von sieben Jahren und sieben Monaten.
Die Verteidigung verlangte dagegen Freisprüche bei den schwersten Vorwürfen und argumentierte für eine wesentlich niedrigere Strafe hinsichtlich jener Delikte, die Høiby eingeräumt hatte.
Das Gericht folgte keiner Seite vollständig.
Urteil gegen Marius Borg Høiby am 15. Juni 2026
Am 15. Juni 2026 verkündete das Bezirksgericht Oslo sein Urteil.
Die drei Richter kamen einstimmig zu dem Ergebnis, dass Høiby in 34 von 40 Punkten schuldig sei.
Das Strafmaß: vier Jahre Gefängnis.
Zu den Schuldsprüchen gehörten unter anderem:
- zwei Vergewaltigungen nach norwegischem Strafrecht,
- Misshandlung in einer engen Beziehung,
- schwere beziehungsweise weitere körperliche Gewalt,
- Bedrohungen,
- sexuell übergriffiges beziehungsweise verletzendes Verhalten,
- Verstöße gegen ein Kontaktverbot,
- Drogenstraftaten,
- sowie Verkehrsdelikte.
Das Gericht sprach Høiby gleichzeitig bei zwei der insgesamt vier Vergewaltigungsvorwürfe frei.
Bei welchen Vergewaltigungsvorwürfen wurde er verurteilt?
Nach dem erstinstanzlichen Urteil wurde Høiby in zwei Fällen schuldig gesprochen.
Einer der Fälle betraf einen Vorfall auf Skaugum im Jahr 2018. Der andere betraf einen Vorfall in einer Wohnung in Oslo im Frühjahr 2024.
Bei zwei weiteren Vorwürfen – einem Fall aus Lofoten 2023 sowie einem Vorwurf im Zusammenhang mit einem Osloer Hotel im November 2024 – sprach das Gericht Høiby frei.
Da Høiby die Schuldsprüche anficht, werden zumindest zentrale Teile dieser Beurteilung im Berufungsverfahren erneut geprüft.
Wie viel Entschädigung muss Marius Borg Høiby zahlen?
Neben der Gefängnisstrafe sprach das Gericht mehreren Frauen Entschädigungen zu.
Insgesamt soll Høiby nach dem erstinstanzlichen Urteil rund 640.000 norwegische Kronen an vier Frauen zahlen. Außerdem verhängte das Gericht gegenüber einer der betroffenen Frauen ein zweijähriges Kontaktverbot.
Auch hier ist zu berücksichtigen, dass Teile des Urteils Gegenstand der Berufung sind.
Warum war Marius Borg Høiby nicht bei der Urteilsverkündung?
Høiby saß zum Zeitpunkt der Urteilsverkündung bereits in Untersuchungshaft.
Aus gesundheitlichen Gründen war er am 15. Juni nicht persönlich im Gerichtssaal. Stattdessen verfolgte er die Verlesung des Urteils per Videoschaltung aus der Haft.
Hat Marius Borg Høiby Berufung eingelegt?
Ja.
Am 24. Juni 2026 bestätigte seine Verteidigung, dass die Berufung formal beim Borgarting lagmannsrett eingereicht wurde.
Sie betrifft insbesondere:
- die Verurteilung im ersten Vergewaltigungsfall,
- die Verurteilung im zweiten Vergewaltigungsfall,
- die Verurteilung wegen Misshandlung in einer engen Beziehung.
Høiby hält in diesen Punkten an seiner Unschuld fest.
Andere Schuldsprüche werden von ihm nicht in gleicher Weise angegriffen.
Was macht die Staatsanwaltschaft?
Auch bei diesem Punkt ist eine genaue Formulierung wichtig.
Die Staatsanwaltschaft entschied sich gegen eine eigenständige Berufung gegen die Freisprüche bei den beiden übrigen Vergewaltigungsvorwürfen.
Damit bleiben diese Freisprüche grundsätzlich unangetastet.
Allerdings reichte die Staatsanwaltschaft eine Gegenberufung hinsichtlich der Strafhöhe ein. Sollte Høibys Berufung vor dem Berufungsgericht behandelt werden, möchte die Anklage also auch prüfen lassen, ob die vierjährige Gefängnisstrafe zu niedrig ausgefallen ist.
Ist das Urteil gegen Marius Borg Høiby rechtskräftig?
Nein.
Weil zentrale Teile des Urteils angefochten wurden, ist die Entscheidung des Bezirksgerichts noch nicht endgültig.
Deshalb ist es juristisch genauer, von einem erstinstanzlichen Urteil zu sprechen.
Die vierjährige Haftstrafe kann sich durch das weitere Verfahren bestätigen, verändern oder teilweise entfallen.
Wann findet die Berufung statt?
Die Berufung soll vor dem Borgarting lagmannsrett stattfinden.
Nach bisheriger Berichterstattung wird das Verfahren 2027 erwartet. Ein endgültiger Termin war zuletzt noch nicht verlässlich bestätigt.
Bis zum Abschluss des Berufungsverfahrens bleibt die strafrechtliche Situation deshalb offen.
Sitzt Marius Borg Høiby aktuell im Gefängnis?
Juristisch befindet sich Marius Borg Høiby weiterhin in Untersuchungshaft.
Allerdings sitzt er derzeit nicht in einer klassischen Gefängniszelle.
Nachdem verschiedene frühere Anträge auf eine elektronische Überwachung zunächst abgelehnt worden waren, erlaubte das Bezirksgericht im Juli 2026 schließlich, dass Høiby seine Untersuchungshaft mit einer elektronischen Fußfessel auf Skaugum verbringt.
Er wurde daraufhin Mitte Juli aus der Justizvollzugsanstalt nach Skaugum verlegt.
Wie funktioniert die Fußfessel auf Skaugum?
Die Regelung bedeutet nicht, dass Høiby frei ist.
Er unterliegt weiterhin strengen Vorgaben. Dazu gehören unter anderem:
- elektronische Standortkontrolle,
- ein grundsätzlich eingeschränkter Bewegungsradius,
- Alkohol- und Drogenverbot,
- regelmäßige Drogentests,
- unangekündigte Kontrollen,
- weitere Auflagen der Behörden.
Außerdem nahm Høiby ein Betreuungsangebot der RISK-Abteilung der Polizei an, die unter anderem bei Fällen häuslicher beziehungsweise partnerschaftlicher Gewalt präventiv arbeitet.
Wie lange bleibt Marius Borg Høiby mit Fußfessel auf Skaugum?
Am 10. August 2026 entschied das Gericht, seine Untersuchungshaft mit elektronischer Kontrolle um weitere vier Wochen zu verlängern.
Nach aktuellem Stand gilt die Anordnung bis zum 7. September 2026.
Das Gericht begründete die weitere Untersuchungshaft erneut mit einer aus seiner Sicht bestehenden Wiederholungsgefahr.
Unter bestimmten Voraussetzungen darf Høiby das Anwesen beispielsweise für medizinische Termine, Behandlung oder Besuche bei schwer erkrankten Familienmitgliedern verlassen.
Ist Fußfessel dasselbe wie Hausarrest?
Umgangssprachlich wird die Situation häufig als Hausarrest bezeichnet.
Juristisch ist das jedoch nicht ganz präzise.
Høiby befindet sich weiterhin in Untersuchungshaft mit elektronischer Kontrolle. Die Fußfessel verändert also die Form seiner Haft, hebt sie aber nicht auf.
Er verbüßt derzeit außerdem noch nicht einfach seine rechtskräftige vierjährige Gefängnisstrafe, denn das Urteil ist aufgrund der Berufung nicht endgültig.
Welche Rolle spielt Skaugum?
Skaugum liegt in Asker in der Nähe von Oslo und ist der Wohnsitz von Kronprinz Haakon und Kronprinzessin Mette-Marit.
Marius wuchs dort zu großen Teilen auf. Er lebte zeitweise in einem separaten Gebäude auf dem Gelände.
Genau dort verbringt er 2026 auch seine elektronisch überwachte Untersuchungshaft.
Das ist einer der Gründe, warum seine Situation international ungewöhnlich viel Aufmerksamkeit erhält: Ein Mann ohne königlichen Titel befindet sich in Untersuchungshaft auf dem Anwesen des zukünftigen norwegischen Königs.
Welche Rolle spielt das norwegische Königshaus im Strafverfahren?
Formal keine.
Das Königshaus hat mehrfach betont, dass Marius Borg Høiby eine Privatperson ist.
Kronprinz Haakon erklärte unmittelbar vor Prozessbeginn:
- Marius sei kein Mitglied des Königshauses.
- Er sei eigenständig verantwortlich.
- Er habe dieselben Rechte und Pflichten wie andere norwegische Staatsbürger.
- Gleichzeitig bleibe er ein wichtiger Teil der Familie.
Haakon und Mette-Marit hielten sich deshalb aus dem Gerichtssaal und aus öffentlichen Kommentaren zum laufenden Verfahren heraus.
Steht Marius Borg Høiby in der norwegischen Thronfolge?
Nein.
Die norwegische Thronfolge führt über die Nachkommen von König Harald V. beziehungsweise Kronprinz Haakon.
Da Marius kein biologisches Kind von Haakon ist, besitzt er keinen Platz in der Thronfolge.
Seine Schwester Prinzessin Ingrid Alexandra steht dagegen direkt hinter ihrem Vater.
Bekommt Marius Borg Høiby Geld vom Königshaus?
Es gibt keine belastbaren öffentlichen Angaben darüber, dass Marius Borg Høiby ein offizielles königliches Gehalt erhält.
Das wäre aufgrund seiner Stellung auch nicht mit einem normalen Arbeitsentgelt für königliche Aufgaben vergleichbar, denn er hat keine offiziellen Pflichten für das Königshaus.
Über private finanzielle Unterstützung innerhalb der Familie sollte ohne belastbare Quellen nicht spekuliert werden.
Wie hoch ist das Vermögen von Marius Borg Høiby?
Ein seriös belegtes Vermögen von Marius Borg Høiby ist nicht öffentlich bekannt.
Im Internet kursieren unterschiedliche Zahlen, doch dafür fehlen verlässliche Finanzunterlagen oder offizielle Angaben.
Deshalb lässt sich sein tatsächliches Vermögen derzeit nicht seriös beziffern.
Marius Borg Høiby: Die wichtigsten Ereignisse im Überblick
| Datum | Ereignis |
| 13. Januar 1997 | Geburt von Marius Borg Høiby |
| Dezember 2000 | Verlobung seiner Mutter Mette-Marit mit Kronprinz Haakon |
| 25. August 2001 | Hochzeit von Mette-Marit und Haakon |
| Dezember 2003 | Umzug der Familie nach Skaugum |
| 2016 | kleiner Auftritt als Statist bei „Skam“ |
| 2017 | Beginn und Abbruch eines Studiums in Kalifornien |
| 2017 | Geldbuße wegen Kokainkonsums beim Palmesus-Festival |
| 2018 | Arbeit im Mode-/Medienbereich |
| 2020 | Tätigkeit als Motorradmechaniker |
| 2018–2022 | Beziehung mit Juliane Snekkestad |
| 2022–2023 | Beziehung mit Nora Haukland |
| 4. August 2024 | Vorfall in einer Wohnung in Frogner |
| August 2024 | erste Festnahme und öffentliches Eingeständnis von Gewalt und Sachbeschädigung |
| 18. August 2025 | Anklage mit zunächst 32 Punkten |
| 2. Februar 2026 | Beginn längerer Untersuchungshaft |
| 3. Februar 2026 | Prozessbeginn in Oslo |
| März 2026 | Prozess endet nach rund sieben Wochen |
| 15. Juni 2026 | Urteil: vier Jahre Gefängnis, 34 Schuldsprüche |
| 24. Juni 2026 | Berufung offiziell eingereicht |
| Juli 2026 | Verlegung nach Skaugum mit Fußfessel |
| 10. August 2026 | elektronische Untersuchungshaft bis 7. September verlängert |
| 2027 | Berufungsverfahren erwartet |
Warum ist der Fall Marius Borg Høiby so bedeutend?
Das außergewöhnliche Interesse erklärt sich nicht allein durch die strafrechtlichen Vorwürfe.
Marius befindet sich seit seiner Kindheit in einer Zwischenposition. Einerseits ist er kein Prinz und besitzt keinerlei verfassungsrechtliche Rolle. Andererseits ist seine Mutter die zukünftige Königin Norwegens, sein Stiefvater der Thronfolger und seine Schwester eine zukünftige Königin.
Dadurch hat der Prozess zwangsläufig auch Diskussionen über das Königshaus ausgelöst.
Gleichzeitig stellte die Staatsanwaltschaft während des Verfahrens klar, dass seine familiäre Herkunft für die juristische Beurteilung keine Rolle spielen dürfe. Das Gericht müsse ihn wie jeden anderen Angeklagten behandeln.
Mehr lesen: Wer war Tobias Core von Blacklist? War er im wirklichen Leben Clark Middleton?
FAQ zu Marius Borg Høiby
Marius Borg Høiby ist der älteste Sohn der norwegischen Kronprinzessin Mette-Marit. Er wurde 1997 geboren und wuchs gemeinsam mit Kronprinz Haakon sowie seinen Halbgeschwistern Ingrid Alexandra und Sverre Magnus auf. Er besitzt keinen königlichen Titel.
Marius Borg Høiby wurde am 13. Januar 1997 geboren. Im Jahr 2026 ist er 29 Jahre alt.
Seine Mutter ist Kronprinzessin Mette-Marit von Norwegen.
Sein biologischer Vater ist Morten Borg. Kronprinz Haakon ist seit 2001 sein Stiefvater.
Nein. Marius Borg Høiby ist kein Prinz, besitzt keinen königlichen Titel und gehört nicht zum offiziellen Königshaus.
Marius ist kein biologischer Sohn von Kronprinz Haakon. Die Hochzeit seiner Mutter mit dem Thronfolger verlieh ihm keinen Adelstitel.
Nein. Er steht nicht in der norwegischen Thronfolge.
Seine Halbgeschwister sind Prinzessin Ingrid Alexandra und Prinz Sverre Magnus.
Er arbeitete in der Vergangenheit unter anderem im Mode- und Medienbereich sowie als Motorradmechaniker. Ein aktueller regulärer Beruf ist 2026 nicht verlässlich öffentlich bestätigt.
Ja. 2017 begann er in Kalifornien ein Studium im Bereich Wirtschaft und Verwaltung, brach es jedoch nach kurzer Zeit ab.
Eine aktuelle Freundin ist im August 2026 nicht zuverlässig öffentlich bestätigt. Öffentlich bekannte frühere Partnerinnen sind unter anderem Juliane Snekkestad und Nora Haukland.
Eine Ehe von Marius Borg Høiby ist nicht öffentlich bekannt.
Öffentlich sind keine Kinder von Marius Borg Høiby bekannt.
Fazit: Wie geht es mit Marius Borg Høiby weiter?
Der Fall Marius Borg Høiby bleibt auch im August 2026 offen.
Das Bezirksgericht Oslo hat den 29-Jährigen in erster Instanz zu vier Jahren Gefängnis verurteilt. Von 40 Anklagepunkten sah das Gericht 34 als erwiesen an. Besonders schwer wiegen die Schuldsprüche wegen zweier Vergewaltigungen und der Misshandlung einer früheren Partnerin. Gleichzeitig sprach das Gericht ihn von zwei weiteren Vergewaltigungsvorwürfen frei.
Høiby akzeptiert die wichtigsten Schuldsprüche jedoch nicht. Seine Berufung betrifft die beiden Vergewaltigungen und die Misshandlung in einer engen Beziehung. Deshalb ist das Urteil noch nicht rechtskräftig. Auch die Staatsanwaltschaft möchte die Strafhöhe erneut prüfen lassen, greift die beiden Freisprüche jedoch nicht an.
Bis zur nächsten Entscheidung befindet sich Marius Borg Høiby weiterhin in Untersuchungshaft. Aktuell darf er diese unter elektronischer Überwachung auf Skaugum verbringen. Die derzeitige Anordnung läuft bis 7. September 2026.

